Streit um Zahl der Lehrerstellen

Plöner Kreistag debattierte über Planungen der Landesregierung

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03. Juli 2014, 18:01 Uhr

Eigentlich ging es um Landespolitik, die CDU hatte die „Lehrerversorgung im Kreis Plön“ dennoch auf die Tagesordnung des gestrigen Kreistags setzen lassen – und zwar als „Aktuelle Stunde“. Damit wurde das Thema gleich zu Beginn der Sitzung behandelt. Die deutlich über eine Stunde dauernde Aussprache, die zeitweise zu einer Generaldebatte über Schulpolitik ausartete, brachte nicht nur die Erkenntnis, dass mit Zahlen je nach Couleur ganz gegensätzlich operiert wird, sondern auch, dass der Lehrerberuf unter den Kreistagsabgeordneten recht häufig ist.

Es würden zwar jetzt 187 Stellen wieder ausgeglichen, die eigentlich gestrichen werden sollten, räumte Peter Sönnichsen (CDU) ein. Doch zugleich gebe es durch Reformen der Küstenkoalition, wie die Einführung gymnasialer Oberstufen an Gemeinschaftsschulen auch einen Mehrbedarf an Lehrerstellen. Den bezifferte Sönnichsen auf 450. Von den 728 Stellen, die Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) bis 2017 gegenüber der Planung draufsatteln wolle, blieben also nicht viel. Und finanzieren ließen sich nach gegenwärtigen Deckungsvorschlägen der Ministerin nur 228 Stellen, kritisierte Sönnichsen, der für seine Partei auch im Landtag sitzt. Damit reagierte er auf die Aufforderung des SPD-Kreistagsfraktionschefs Horst Thielscher, die CDU solle dem Nachtragshaushalt im Landtag zustimmen.

Thielscher hatte die Schulpolitik der Landesregierung zuvor verteidigt und als Fortschritt gegenüber den Plänen der schwarz-gelben Vorgängerregierung verteidigt. Von 2013 bis 2017 sänken die Schülerzahlen im Land um 19 Prozent, die Zahl der Lehrerstellen werde aber nur um drei Prozent abnehmen. Dagegen habe schwarz-gelb 9,4 Prozent abbauen wollen. „Es ist heuchlerisch, jetzt laut nach mehr Lehrerstellen zu schreien“, warf Thielscher der CDU vor.

Unverständnis äußerte Filicitas Freiin von Hollen (Grüne) über die Aktuelle Stunde, da es um Landespolitik gehe. Dem hielten Klaus Blöcker (CDU) und FDP-Fraktionschef Martin Wolf entgegen, dass der Kreis Plön von den Entscheidungen der Landesregierung indirekt und als Schulträger auch direkt betroffen sei.

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