Streit um Verkehrshindernisse Riemannstraße

Der Ausschuss beim Ortstermin am Mittwochabend.
Der Ausschuss beim Ortstermin am Mittwochabend.

Ausschuss gegen Rückbau der Fahrbahneinengung am Kreisel / Polizei und Kreis sehen dagegen Verkehrsgefährdung

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22. November 2018, 21:29 Uhr

Kann sich die Stadt Eutin über die Meinung der Verkehrsbehörde (Kreis Ostholstein) und der Polizei hinwegsetzen? Der Bauausschuss der Stadt zumindest handelte in seiner jüngsten Sitzung so: Mit neun von insgesamt 15 Stimmen entschied sich die Mehrheit am Mittwochabend dagegen, die beiden Einengungen der Fahrbahn vor und hinter dem Kreisel in der Riemannstraße zurückzubauen.

„Bei der Verkehrsschau im Mai haben sowohl Herr Bornhöft vom Kreis als auch Herr Dürbrook als Vertreter der Polizei gesagt, dass die Einengungen so dicht am Kreisel nicht zulässig sind und eine akute Verkehrsgefährdung darstellen“, betonte Jens Rose-Zeuner, Vorsitzender des Mobilitätsbeirates zum wiederholten mal. Beim anberaumten Ortstermin vor dem Ausschuss konnten sich die Mitglieder davon überzeugen, dass es
zu brenzligen Situationen kommt, wenn Autofahrer „noch schnell“ vor dem Gegenverkehr um die „Hindernisse“ rum fahren. „Für Radfahrer wird es dabei gefährlich, deshalb nutzen fast 75 Prozent an den Stellen den Fußweg, weil es ihnen auf der Straße nicht sicher genug ist“, berichtet Rose-Zeuner. Außerdem wurde beim Ortstermin ebenso deutlich: In der Riemannstraße herrscht immer noch viel Verkehr.

Im Ausschuss selbst warnte Elgin Lohse (CDU): „Bevor wir aus wilden Hau-Ruck-Aktionen sagen, wir hauen es für 15 000 Euro wieder weg, sollten wir Alternativen überlegen.“ Die FDP äußerte ebenfalls Zweifel, dass ein Rückbau mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer bedeute.

„Unser Ziel, den Verkehr durch diese Maßnahmen zu reduzieren und aus der Riemannstraße eine schöne Wohnstraße zu machen, haben wir nicht erreicht, weil es offenbar immer noch attraktiv ist, durch die Straße zu fahren“, sagte Hans-Georg Westphal (SPD). Aus seiner Sicht verbiete sich jedoch der Gedanke an Maßnahmen, der Autos noch schneller mache, wo doch so viele Kinder die Straße queren müssen und Radler fahren. Der Vorschlag des SPD-Chefs stattdessen: „Wir müssen den Linksabbieger in Fissau durch Ampelschaltung langsamer machen und aus dem Rosengarten nur noch Linksabbiegen zulassen, dann ist die Riemannstraße keine schöne Abkürzung mehr aus der Stadt.“ Verkehrssicherheit müsse vor Gestaltung gehen, mahnte Heinz Lange (FWE) und warb für den Verwaltungsvorschlag des Rückbaus: „Die Einengungen liegen zu dicht am Kreisel.“ Auch Rose-Zeuner betonte kurz vor Abstimmung nochmals: „Als Radler und Fußgänger hat man keinerlei Schutz um sich rum, im Auto ist das anders. Radfahrer, die sich auf der Straße an der Stelle nicht sicher fühlen, fahren auf dem Fußweg und das wiederum stört die Fußgänger.“ Von beiden Gruppen werde er regelmäßig auf den Gefahrenpunkt hingewiesen. Am Ende stimmten neun gegen den Rückbau (vier CDU, drei SPD, eine FDP, eine Grüne), FWE mit drei Stimmen dafür, zwei Grüne und ein CDU-Mitglied enthielten sich.

„Für die Verkehrsteilnehmer in der Riemannstraße, insbesondere die Fußgänger und Radfahrer, hat sich dadurch leider noch nichts zum Positiven verändert. Die gefährlich nah am Kreisel gebauten Einengungen werden vorerst nicht zurück gebaut, weil viele Mitglieder dadurch eine Zunahme des Kraftverkehrs befürchten“, sagte Rose-Zeuner auf Nachfrage.
Die Anmerkungen in Sachen Verkehrslenkungen – Linksabbieger aus Fissau warten lassen, im Rosengarten nur noch Linksabbieger zulassen, begrüße er. Schon mit der Sanierung des Rosengartens, so seine Hoffnung, verringere sich das Verkehrsaufkommen in der Straße.

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