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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 19:54 Uhr

Streit um verkaufsoffene Sonntage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nicht alle Händler stimmen mit WVE-Vorschlägen überein / Befragung geplant / Ärger über verpasste Kundschaft zum Ostereiermarkt

Die verkaufsoffenen Sonntage in der Eutiner Innenstadt sorgen für Verwirrung – bei Kunden und Händlern. Das Problem: Es gibt acht Sonntage, auf die sich die Mehrheit der Wirtschaftsvereinigung in Eutin (WVE) einigte, an sechs weiteren Sonntagen öffnen nur das Kaufhaus LMK und seine Ableger in der Königstraße.

Auch morgen ist ein „LMK“-Sonntag. Und die restlichen Händler stehen vor der Frage: Geschäft auf oder zu? „Man muss es sich leisten können – entweder das Personal im Laden stehen zu haben oder aber zu riskieren, dass die Kunden vor geschlossener Tür stehen und dann nicht wiederkommen“, sagt einer der Händler, der – wie alle anderen Gesprächspartner in dem Zusammenhang – „lieber nicht öffentlich“ genannt werden will. Der Tenor vieler „Händler mit Herz“, die eine eigene Vereinigung bilden, größtenteils aber auch noch in der WVE organisiert sind, lautet: „Wir müssen eine andere Lösung finden, die Kunden können nicht unterscheiden, ob nur LMK auf hat, weil das Unternehmen im Radio und in der Zeitung wirbt, oder die ganze Stadt.“

Neu entfacht wurde der „Sonntags-Streit“ zum Ostereiermarkt im Ostholstein-Museum, bei dem mehr als 1000 Gäste waren und anschließend an dunklen Schaufenstern vorbeischlendern mussten. Eine empörte Händlerin sagt kopfschüttelnd: „Wenn Veranstaltungen im Schloss oder Museum sind, können wir doch nicht zu haben. Dafür aber dann zu einer kalten Jahreszeit einen Kindertag veranstalten, der komplett ins Wasser fällt.“

Damit das nicht noch einmal passiert, habe sie gemeinsam mit anderen Geschäftsinhabern einen entsprechenden Antrag mit Unterschriften bei der Stadt eingereicht und um Sonderöffnungszeiten außerhalb der Bäderregelung (siehe Info-Kasten) gebeten. Darüber wird laut Stadtsprecherin erst nach dem Sommer entschieden.

Auch bei der WVE sind Unterschriften und Anträge zum gleichen Thema eingegangen, wie Vorsitzender Klaus Hoth bestätigt. „Darüber werden wir uns auf der Jahresversammlung unterhalten müssen.“ Es seien in der Vergangenheit auch Fehler passiert, so wolle man im nächsten Jahr „auf jeden Fall“ zum Ostereiermarkt aufmachen. In diesem Jahr sei es rechtlich nicht möglich gewesen, da es nur zwei Sonntage in sogenannten „Ausnahmefällen“ außerhalb der Bäderregelung vom 15. März bis 31. Oktober gebe, und diese seien anderweitig verplant gewesen. Hoth: „Irgendjemand ist immer unzufrieden. Meistens beschweren sich diejenigen, die gar nicht in der WVE sind.“ Aber, das räumt er selbstkritisch ein: „Wir planen eine Befragung, um zu schauen, was die Mehrheit will.“ Und es stehe innerhalb der Frist jedem Händler frei an x-beliebigen Sonntagen zu öffnen. Doch – und da ist sich die Mehrheit einig – erfolgreich sind die großen nur mit den kleinen und andersherum zusammen. „Wir müssen an einem Strang ziehen.“

Nächsten Sonntag, am 3. Mai, hat übrigens die gesamte Innenstadt geöffnet – nur, damit keiner durcheinander kommt.

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von
erstellt am 24.Apr.2015 | 10:17 Uhr

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