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Lärmproblem in Kreuzfeld : Streit um Motocross geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Motor-Club Malente stellte seine Pläne zur Staub- und Lärmreduzierung vor, doch die Anlieger zeigen sich kaum kompromissbereit.

Kreuzfeld | Wenn es um das Reizthema der Motocrossanlage im Holmer Weg geht, dann trotzen die lärmgeplagten Anrainer, egal ob aus Kreuzfeld, Timmdorf, Nieder- oder Oberkleevez, auch Wind und Wetter. Als der Motor-Club Malente (MCM) am Sonntagmorgen zu einer Begehung seines Streckengeländes geladen hat, zeigt sich der Himmel über dem Motorsport-Mekka von seiner ungemütlichen Seite – und doch sind knapp 50 Interessierte gekommen, um sich über die Pläne zur künftigen Gestaltung des Areals zu informieren.

Warum die meisten Gäste der Einladung des MCM-Vorsitzenden Horst von Hörsten gefolgt sind, wird schnell deutlich. Und im Anschluss an einen Vortrag im Gasthaus Amaryllis wird dann auch kontrovers diskutiert: Zu viel Staub, aber vor allem zu viel Lärm durch die Crossmaschinen. Von einem Kompromiss ist man dabei aber weiterhin meilenweit entfernt.

„Wir wünschen uns ausdrücklich eine friedliche Koexistenz mit der gesamten Gemeinde und allen unmittelbar betroffenen Anliegern“, versichert Horst von Hörsten gleich zu Beginn seiner Präsentation, die den Lärmopfern Vorschläge zur Reduzierung ihrer Probleme unterbreiten soll. Dazu zählen vor allem die Installation einer Lärmmessanlage, die Anpassung des Streckenlayouts zur Verminderung der Durchschnittsgeschwindigkeit und der Bau von Lärmschutzwällen – genauso wie auch weiterhin die Tieferlegung des gesamten Geländes nach Abbau des dort noch vorhandenen Kieses (wir berichteten).

Als effektivste Maßnahme zur Dämmung des Motorenkrachs sieht der MCM-Vorsitzende allerdings den freiwilligen Verzicht auf gut 50 Prozent der eigenen Trainingszeiten. So solle in Zukunft nur noch an vier statt bisher an sechs Tagen in der Woche gefahren werden, im Hochsommer außerdem eine dreiwöchige Pause ohne jeden Fahrbetrieb eingelegt werden. „Denn wenn wir nicht fahren, können wir schließlich auch keinen Lärm machen“, stellt Horst von Hörsten fest.

Es ist genau diese Aussage, bei der sich für einen kurzen Moment einmal alle einig sind im Kreuzfelder Gasthaus. Jedoch machen die Gegner des Motorsports in der Gemeinde, allen voran Rolf Röhling als Sprecher der Bürgergemeinschaft „Gegen weiteren Naturabbau“, keinen Hehl daraus, dass sie das Triebwerksgeheule nicht nur für drei Wochen im Sommer, sondern für alle Zeiten aus ihrer Nachbarschaft verbannen wollen. Und so wird von Röhling der Gedanke ins Spiel gebracht, den gesamten Verein samt seiner Rennbahn auf ein bereits vollständig ausgebeutetes Kiesabbaugebiet nahe Dersau am Plöner See umzusiedeln, das wie das Gelände in Kreuzfeld auch von Johann-Peter Wandhoff betrieben werde. „Dort gibt es im Umkreis von fünf Kilometern keine Bebauung, also könnten sie, ohne auf jemanden Rücksicht nehmen zu müssen, ihren Sport ausüben“, preist Rolf Röhling die Vorteile seines Vorschlags an. Ob sich dieser aber so einfach realisieren ließe, zweifelt vor allem Stefan Tripke, Verkehrsreferent beim MCM, an: „Ein solcher Ortswechsel mit allen dafür notwendigen Genehmigungen würde bestimmt bis zu fünf Jahre dauern, wenn das Ganze denn überhaupt je bewilligt werden würde.“ Und Horst von Hörsten ergänzt, man wolle auch gar nicht weg aus der Gemeinde. „Wir sind alle Malenter, die meisten unserer Mitglieder kommen von hier. Warum sollen wir dann woanders fahren?“

Dass sie nicht auf eine Kompromisslösung aus sind, geben die lärmbelästigten Anrainer im Verlaufe der Diskussion dann aber auch ganz unverblümt zu. „Wir wollen nicht weniger Lärm, wir wollen gar keinen Lärm mehr“, bringt der Oberkleevezer Günther Kruse die Stimmung der Widerständler auf den Punkt. Und Rolf Röhling konkretisiert, die Motorräder seien einfach zu laut und der Krach nicht länger zu ertragen. „Unser Kompromissvorschlag ist daher, dass sie nach Dersau umziehen.“ Horst von Hörsten will darauf dann nicht weiter eingehen. Geändert hat sich an diesem Vormittag nicht viel. Einig ist man sich letztlich nur in der Uneinigkeit. Aber zumindest das Wetter hat sich am Nachmittag gebessert.

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