Malente : Streit um Abholzung für Kiesabbau: Bürgerinitiative kontra Kreis

Diese Bäume weichen dem geplanten Kiesabbau.
Diese Bäume weichen dem geplanten Kiesabbau.

Das Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld hat mit der Abholzung von Bäumen im Holmwald begonnen. Damit wurde ein Streit zwischen der Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau und dem Kreis Ostholstein ausgelöst.

shz.de von
23. Februar 2018, 11:57 Uhr

Das Kies- und Schotterwerk Kreuzfeld hat in diesen Tagen zur Vorbereitung eines weiteren Kiesabbaus mit der Abholzung von Bäumen im Holmwald begonnen und damit einen Streit zwischen der Bürgerinitiative gegen den Kiesabbau und dem Kreis Ostholstein ausgelöst. Es würden Tatsachen geschaffen und im ersten Schritt 3,5 Hektar Wald gerodet, weitere 17 Hektar seien bedroht, kritisierte der 2. Vorsitzende des Vereins „Pro Mensch Tierwelt Natur“, Rüdiger Mahnicke. Er kündigte anwaltliche Schritte an und sprach von einer unrechtmäßigen und willkürlichen Behördenentscheidung, was der Kreis zurückweist.

Bereits 2016 habe der Kreis eingeräumt, dass die aus dem Jahr 2003 stammende Genehmigung für den Kiesabbau nicht vollständig sei, da sowohl eine Umweltverträglichkeitsprüfung als auch ein Artenschutzgutachten fehlten, sagte Mahnicke. Der Kreis habe daher zugesagt, dass diese nachgeholt würden, sobald das Kieswerk die sogenannte Waldumwandlung beantrage. Diese Zusage habe der Kreis nicht eingehalten.

Dieser Darstellung widerspricht der Kreis: „Der Kreis Ostholstein hat zu keinem Zeitpunkt eine verbindliche Zusage gegenüber dem Verein abgegeben“, betonte Sprecherin Carina Leonhardt. Die genannte Fläche von 3,5 Hektar sei aus naturschutzfachlicher Sicht nicht als hochwertig einzustufen. Vor dem Hintergrund des ausgewählten Waldteilstückes und der Zusicherung des Genehmigungsinhabers, artenschutzrechtliche Maßnahmen zu beachten und umzusetzen, habe die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises entschieden, auf ein artenschutzrechtliches Gutachten zu verzichten.

Über eine Umweltverträglichkeitsprüfung entscheide nicht der Kreis, sondern die Untere Forstbehörde (LLUR) des Landes, erklärte Carina Leonhardt weiter. Die Fällarbeiten erfolgten unter ökologischer Begleitung durch ein anerkanntes Biologenbüro.

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