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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 21:28 Uhr

Streit spitzt sich zu ums Haus des Gastes

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Lebhafte Diskussion in der Stadtvertretung / Bürgerbegehren nimmt Fahrt auf

von
erstellt am 24.Sep.2014 | 15:46 Uhr

In Eutin rückt eine Abstimmung der Bürger über den Erhalt des Haus des Gastes näher. Mit 1450 Unterschriften sei die geforderte Zahl überschritten, verkündete Malte Tech (FWE) gestern Abend in der Stadtvertretung. Deren Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP hält den beschlossenen Abriss des Gebäudes aber weiterhin für politisch gut begründet.

Die amtierende Bürgermeisterin Elgin Lohse (CDU) betonte, dass der Abriss nicht heimlich vorbereitet, sondern der Auftrag vom Bauausschuss erteilt werde. Zum Bürgerbegehren stellte sie klar, dass es aufgrund der von der Initiative eingereichten Fragestellung nicht um eine Sanierung gehe. Deren Förderung durchs Land wäre zudem fraglich, da das Innenministerium deutlich gesagt habe, dass dann die von der Stadt geplante Herrichtung der Schlossterrassen zu einem Veranstaltungszentrum leer ausgehen würde.

CDU-Fraktionschef Matthias Rachfahl attackierte den Wankelmut der SPD und hob den Willen der CDU hervor, „Eutin fit für die Zukunft“ zu machen. Dazu sei jahrelang viel diskutiert worden, lägen Studien vor. Die 2013 fast einmütigen Beschlüsse, was in Eutin zu tun sei, müssten jetzt umgesetzt werden. Rachfahl: „Oder wollen wir alles in die Tonne hauen, was wir teuer bezahlt haben?“ Für das Haus des Gastes gebe es keine tragfähige Nutzung mehr; Ziel sei, dort ein Hotel anzusiedeln.

Als Veranstaltungsort seien die Schlossterrassen besser geeignet, sagte Monika Obieray (Grüne) ebenso wie Jens-Uwe Dankert (FDP). Auch als Denkmal tauge das 1969 errichtete Haus für Eutin wenig angesichts der historischen Bauten, so Obieray.

Für die SPD appellierte Hans-Georg Westphal an alle Beteiligten, das eingeleitete Verfahren „zügig abzuschließen“ und dessen Ergebnis zu akzeptieren. Die SPD sei jetzt gegen den Abriss und für eine Nutzung des Gebäudes zur Landesgartenschau. Danach sei neu zu beraten über Sanierung oder Hotelstandort.

Malte Tech nannte Rachfahls Beitrag „eine Märchenstunde“ und warf der Verwaltung vor, die Bauunterhaltung sträflich vernachlässigt zu und Kosten falsch berechnet zu haben. Für Ausstellungen und Gastronomie sei das baulich solide und keinesfalls „verschimmelte“ Haus des Gastes gut zu nutzen.

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