Streit nach Holzwurmbefall

Der Holzwurm hat dem ehemaligen Reitstall zugesetzt. Vor dem Landgericht verhandeln Naturparkverein und Marius-Böge-Stiftung über die Kostenübernahme.
Der Holzwurm hat dem ehemaligen Reitstall zugesetzt. Vor dem Landgericht verhandeln Naturparkverein und Marius-Böge-Stiftung über die Kostenübernahme.

Schlichtungsverhandlungen um das Naturparkhaus blieben erfolglos / Verfahren nun vor dem Landgericht anhängig

von
16. Mai 2018, 12:27 Uhr

Das Hoffen von Thea Daubitz, der Geschäftsführerin des Naturparks Holsteinische Schweiz, vor fast einem Jahr war vergebens: Ein Schlichtungsverfahren in der Mietsache des Naturparkvereins über das Naturparkhaus mit dem Vermieter, der Marius-Böger-Stiftung, verlief erfolglos. Jetzt ist das Verfahren vor dem Landgericht anhängig. „Der Naturparkverein erhofft sich hierdurch eine grundsätzliche Klärung der Streitfrage“, sagte Thea Daubitz auf OHA-Anfrage.

Zur Vorgeschichte: Im ehemaligen Reitstall des Plöner Schlosses, dem Haus des Naturparks Holsteinische Schweiz, war der Holzwurm eingezogen. Es entstand Streit darüber, wer den Schaden zahlt – Mieter oder Vermieter. Nach 19 Jahren Mietverhältnis hatte der Naturparkverein den Mietvertrag zum 31. März 2017 gekündigt (der OHA berichtete). „Derzeit besteht das Mietverhältnis noch und es ist nach Ansicht des Naturparkvereins ungeklärt, wie lange dies noch der Fall sein kann“, sagte Thea Daubitz. Es sei heute offen, wie zukunftsfähig das Mietverhältnis sei.

Vor etwa drei Jahren deutete Holzmehl im Dachstuhl des 1774 gebauten und 1996 von der Marius-Böger-Stiftung sanierten Reitstalls darauf hin, dass der Holzwurm am Gebälk nagte. Seit 1998 wird das Naturparkhaus vom Verein Naturpark Holsteinische Schweiz genutzt.

Für die Beseitigung der Holzwurm-Schäden sollen mehrere 1000 Euro im Raum stehen. Strittig ist die Frage, wer für den Schaden ursächlich verantwortlich ist und wer die entstandenen Kosten zu begleichen hat. „Das vom Holzwurm befallene Dach des Hauses ist als Gemeinschaftseigentum definiert und daher in der Zuständigkeit der gesamten Wohngemeinschaft“, sagte Thea Daubitz. Wer hier welche Kosten übernehmen müsse, das befinde sich derzeit noch in Klärung.

Die Plöner Kreisverwaltung hat den Naturpark bis jetzt in rechtlichen und bautechnischen Belangen beraten. Die Kreisbaubehörde hatte sich bereits im Herbst 2015 eingeschaltet, ob das Gebäude aufgrund des Holzwurm-Befalls überhaupt noch öffentlich und für die Mitarbeiter im Naturparkhaus nutzbar ist. So war das Naturparkhaus vorsorglich vom Verein außerplanmäßig geschlossen worden.

In dem Gebäude des ehemaligen Reitstalls ist nicht nur der Naturparkverein mit dem Naturparkhaus beheimatet. Es gibt auch noch sechs Eigentumswohnungen. Der Naturpark ist offenbar mietfrei in dem Haus untergebracht, muss aber alles das, was er nutzt, laut Vertrag instand halten. Das ist bisher auch zum Beispiel bei Fenstern und Türen geschehen, bestätigte Thea Daubitz. Doch beim Holzwurm im Dachstuhl scheiden sich offenbar die Geister. Gehört das Dach zum Gemeinschaftseigentum? Kommt für die Kosten nicht die Instandhaltungsrücklage der Wohneigentümergemeinschaft auf? Die Marius-Böger-Stiftung will offenbar Geld sehen und den ihr entstandenen Schaden sogar einklagen.

Der Vorstand des Naturparkvereins hatte schon vor über einem Jahr eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich vertieft mit der Zukunft des Naturparkhauses in Plön oder alternativen Standorten auseinandersetzen sollte. Thea Daubitz: „Es gibt Alternativen zum derzeitigen Naturparkhaus.“ Darüber allerdings entschieden die Mitglieder des Naturparkvereins. Nach OHA-Informationen wird das Augenmerk wie vor einem Jahr auch schon auf die nach der Landesgartenschau in Eutin leer stehenden Räumlichkeiten des ehemaligen Bauhofes neben den Eutiner Festspielen gelegt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen