Streik hier, Streik dort

Protest in Lübeck.
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Protest in Lübeck.

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19. Mai 2015, 15:16 Uhr

Lokführer im Dauerstreik



Bis zur letzten Minute gab es Vermittlungsversuche. Der Streik bei der Deutschen Bahn war aber nicht aufzuhalten. Bahnkunden müssen sich wieder auf Zugausfälle und volle Ersatzzüge einstellen. Die Lokführer haben gestern ihre bereits neunte Streikrunde im laufenden Tarifkonflikt begonnen. Betroffen war gestern zunächst nur der Güterverkehr, die Personenzüge sollten laut Ankündigung der Gewerkschaft ab heute Morgen um 2 Uhr ebenfalls bestreikt werden. Das Ende des Arbeitskampfes hat die Gewerkschaft bewusst offen gelassen und will es erst 48 Stunden vorher bekannt geben. Der Streik soll nach Ankündigungen der GDL aber auch über Pfingsten laufen.

Mit einem neuen Ansatz haben Bahn und GDL bei einem Geheimtreffen in  Frankfurt die rechtlichen Bedingungen einer möglichen Schlichtung
ausgelotet. GDL-Chef Claus Weselsky hat zu erkennen gegeben, dass die Gewerkschaft bei einer Schlichtung zu ihren Bedingungen den Streik innerhalb von 12 bis 24 Stunden beenden könnte. Der Bahn warf Weselsky vor, kein Interesse an einer Schlichtung zu haben.

Kita-Streik bis Sommerferien?



Horrorszenario für viele Eltern in Schleswig-Holstein: Sie müssen sich darauf einstellen, dass die kommunalen Kitas im Lande noch wochen-, im schlimmsten Fall sogar monatelang bestreikt werden. „Wir streiken so lange, bis etwas in den Verhandlungen weitergeht – das könnte auch bis in die Sommerferien hineinreichen“, erhöhte der Sprecher von Verdi-Nord, Frank Schischefsky, gestern den Druck auf die Arbeitgeber.

Auch Bernd Schauer, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sieht die Arbeitgeber in der Pflicht. „Der Ball liegt eindeutig bei ihnen, sie müssen endlich ein Angebot vorlegen“, so der Gewerkschafter. Er wollte sich zeitlich zwar nicht auf eine Streikdauer festlegen, dass der Arbeitskampf auch nach Pfingsten fortgeführt werde, davon sei fest auszugehen. Die Arbeitgeberseite will den schwarzen Peter auf keinen Fall
annehmen. „Wir waren von Anfang an verhandlungsbereit und haben längst Vorschläge für Verbesserungen vorgelegt“, erklärte Justus Steinbömer, stellvertretender Geschäftsführer des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV). Seite 23

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