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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 08:59 Uhr

Straftaten: Wenig Auffälligkeiten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Polizei zeigt sich zufrieden mit Kriminalstatistik für Ostholstein

Den niedrigsten Kriminalitätsstand seit zehn Jahren präsentierte gestern der Leitende Polizeidirektor Norbert Trabs (Foto). Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 weist 13  543 Straftaten für Ostholstein aus – 566 Verbrechen beziehungsweise vier Prozent weniger als im Vorjahr.

Aufgeschlüsselt nach Standorten der Polizei im Kreis Ostholstein ergibt sich folgendes Bild: Im Revierbereich Bad Schwartau wurden 3783 Straftaten gezählt – ein Rückgang um 324 Delikte. Im Bereich Eutin gab es 137 Straftaten weniger (Gesamt: 2261), dagegen im Neustädter Revierbereich einen Zuwachs von 114 (Gesamt: 2733 Straftaten). Im Bereich Oldenburg verzeichnete die Polizei 3108 Straftaten – 113 weniger als noch 2014.

„Insgesamt gibt es wenig Auffälligkeiten bei den Straftaten“, sagte Kriminaldirektor Michael Sörensen (Foto). Bei den meisten Delikten seien rückläufige Zahlen zu vermelden – angefangen von Raub (-32 Prozent), über Körperverletzungen (-zwei Prozent), Umweltdelikte (-35 Prozent), Brandstiftung (-37 Prozent) und Sachbeschädigungen (-drei Prozent) bis hin zu den Wohnungseinbrüchen. „Hierbei verzeichnen wir im Kreis einen gegenläufigen Trend zum Land“, sagte Sörensen angesichts dessen, dass die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser in Schleswig-Holstein um rund zwölf Prozent zulegte. In Ostholstein waren es insgesamt 448 Delikte in diesem Bereich – ein Rückgang um sieben Prozent. Die Polizei habe die Spurensicherung intensiviert, habe mehr täterorientiert – „mehr in die Tiefe“ – gearbeitet, erläuterte Sörensen. Die Polizei bündele inzwischen das Wissen um die Kriminellen. In Sachen Kriminalitätsbekämpfung habe die Polizei im Kreis die Bereiche Eutin, Neustadt und Bad Schwartau zusammengefasst. Zusätzlich werde in Lübeck ein neues Kommissariat die Arbeit aufnehmen, in dem sich rund 15 Beamte nur um Cyber-Kriminalität kümmern werden, so Sörensen. Etwa 1000 Straftaten verzeichnet die Polizeidirektion hier pro Jahr.

Straftaten im Zusammenhang mit Flüchtlingen spiegelt die Kriminalstatistik hingegen nicht wider. „Das Aufkommen von Straftaten ist hier völlig unauffällig“, sagte Sörensen. Trends seien nicht erkennbar, meist seien es leichtere Delikte wie Ladendiebstähle oder Körperverletzungen bei Streitigkeiten untereinander, sagte Sörensen. „In der Summe beunruhigt uns das nicht.“ Die Polizei sei insgesamt glücklich über das, was nicht passiert ist – Sörensen spricht dabei von Anschlägen auf Unterkünfte und Übergriffe auf Flüchtlinge in der Region.

Während die Aufklärungsquote auch im vergangenen Jahr erneut bei rund 50 Prozent lag, konnte die Polizeidirektion Lübeck im Bereich von Mord und Totschlag 100 Prozent aller Fälle aufklären. Sechs dieser Straftaten gab es in 2015 in Ostholstein, sieben weitere in Lübeck. Die geringste Aufklärungsquote weist wiederum der Taschendiebstahl mit 2,8 Prozent auf.

Dennoch: „Wir können nur über die Straftaten berichten, die uns bekannt geworden sind“, sagte Trabs. Und auch wenn die Polizei das Ergebnis der Kriminalstatistik insgesamt positiv bewertet: „Zu tiefst besorgt“ zeigte sich Trabs über 67 im Einsatz teilweise schwerverletzte Beamte. „Diese Zahl ist zu hoch und zeugt vom stetig nachlassenden Respekt gegenüber der Polizei“, so Trabs.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 16:19 Uhr

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