Stoppzeichen für die Gemeinde

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Inzwischen „ziert“ ein Zaun den Söhrener Dorfteich und das Schilf ist verschwunden, weil die Gemeinde ihn ausbaggern ließ.
Ein Bild aus vergangenen Tagen: Inzwischen „ziert“ ein Zaun den Söhrener Dorfteich und das Schilf ist verschwunden, weil die Gemeinde ihn ausbaggern ließ.

Streit um Dorfteich in Söhren: Bürgermeisterin soll mit allen Beteiligten einwandfreie Lösung für Löschwasserversorgung herbeiführen

shz.de von
26. Juni 2018, 12:14 Uhr

Der Hauptausschuss hat bis auf weiteres die Aktivitäten der Gemeinde in Zusammenhang mit dem Dorfteich in Söhren gestoppt. Damit folgte der Ausschuss bei einer Gegenstimme einem Antrag der CDU-Fraktion. Zuvor müsse mit allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung gefunden werden, forderte CDU-Fraktionschef Uwe Potz laut Protokoll der Sitzung, die Mitte Mai stattfand.

Zur Erinnerung: Die Gemeinde hatte den Dorfteich ausbaggern lassen und zugleich aus Sicherheitsgründen einen Metallzaun an dem Gewässer ziehen lassen. Die Aktion hatte bei Dorfbewohnern erheblichen Unmut ausgelöst, den Bürgermeisterin Tanja Rönck bei einer Dorfschaftsversammlung zu spüren bekam. Der ehemalige Dorfvorsteher Lorenz Kaacksteen warf der Bürgermeisterin vor, den Charakter des Dorfteiches als Mittelpunkt des Dorfes mit ökologischer Funktion zerstört zu haben.

Rönck argumentierte, es handele sich um einen Löschteich. Dieser habe ausgebaggert werden müssen, damit im Ernstfall genügend Wasser bereitstehe. Für einen Löschteich sei auch ein Zaun zwingend erforderlich. Der Fachdienst Naturschutz des Kreises Ostholstein sprach unterdessen von einer „erheblichen Schädigung eines geschützten Lebensraums“ und warf der Gemeinde vor, ohne gesetzliche Grundlage gehandelt zu haben.

Auf Beschluss des Ausschusses soll die Gemeinde nun im gesamten Gemeindegebiet eine rechtlich, sicherheitstechnisch und ökologisch einwandfreie Lösung für die Löschwasserversorgung herbeiführen. Dafür sollen Gemeindewehr und Ortswehren, Polizei, Dorfvorstände, Verschönerungsvereine, Gemeindewerke, Einwohner und Gemeindevertretung hinzugezogen werden.

Aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse lässt der Zaun um den Dorfteich derzeit noch eine erhebliche Lücke. Der betroffene Grundeigentümer zeigte sich bei der Dorfversammlung überhaupt nicht einverstanden mit dem Vorgehen der Gemeinde. Die Verwaltung prüfe derzeit die rechtlichen Möglichkeiten, den Zaunbau abzuschließen, erklärte Tanja Rönck dem OHA. Sie will die Lücke aus Sicherheitsgründen so schnell wie möglich schließen.

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