Giftige Pflanze : Stiftung Naturschutz sagt Jakobskreuzkraut den Kampf an

Auf Versuchsflächen soll erprobt werden, welche Insekten der Pflanze schaden und wie das Mähen sich auf die Verbreitung auswirkt.

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17. Juni 2015, 11:42 Uhr

Pönitz | Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein will die Gefahren durch das Jakobs-Kreuzkraut eindämmen. Auf einer Versuchsfläche bei Scharbeutz im Kreis Ostholstein sollen Methoden erprobt werden, um die Ausbreitung des giftigen Krauts zu verhindern.

Das Jakobs-Kreuzkraut hat sich in den vergangenen Jahren vor allem auf Naturschutzflächen stark vermehrt. Die Pflanze enthält ein Gift, das nicht nur für Weidetiere, sondern unter bestimmten Umständen auch für Menschen gefährlich sein kann. So waren im vergangenen Sommer im Kreis Ostholstein in Sommerhonig vereinzelt erhöhte Werte dieses Giftes nachgewiesen worden. Die Stiftung prüfe auch, ob ein auf einer Naturschutzfläche im Kreis Ostholstein verendetes Rind möglicherweise durch das Kraut gestorben ist, sagte ein Sprecher der Stiftung.

Dazu würden die Versuchsflächen jeweils in kleine Abschnitte unterteilt, die unterschiedlich häufig gemäht werden, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Außerdem soll erprobt werden, welche Insekten die Wildpflanze am stärksten schädigen und deshalb als biologische Unkrautvernichter eingesetzt werden können. Insgesamt richtet die Stiftung acht Versuchsflächen in Schleswig-Holstein ein. 

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) warnte dagegen vor einer Panikmache über die Gefährlichkeit des Jakobs-Kreuzkrauts. Die im Juli gelb blühende Pflanze wachse bereits seit mehr als hundert Jahren in stark wechselnden Bestandsgrößen auf vielen Weiden Schleswig-Holsteins, sagte Geschäftsführer Ingo Ludwichowski. Die bitter schmeckende Pflanze werde jedoch von Kühen, Pferden und anderen Tieren meist verschmäht. Selbst Verdachtsfälle einer Vergiftung mit in der Pflanze enthaltenen Pyrrolizidinalkaloiden seien in der Vergangenheit verschwindend gering gewesen, erklärte der Biologe.

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