Überraschende Personalentscheidung : Stiftung entlässt die Eutiner Schloss-Chefin

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„Frau Moser ist nicht mehr für die Stiftung tätig, weder als Geschäftsführerin noch als Museumsleiterin. “ Das bestätigte Staatssekretär Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer knapp dem OHA.

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18. Juni 2014, 12:38 Uhr

Donnerschlag bei der Stiftung Schloss Eutin: Der Vorstand hat der Geschäftsführerin Dr. Juliane Moser Knall auf Fall den Stuhl vors Tor gestellt. Ihr wurde am Montag fristlos gekündigt.

„Frau Moser ist nicht mehr für die Stiftung tätig, weder als Geschäftsführerin noch als Museumsleiterin“, bestätigte Staatssekretär Dr. Eberhard Schmidt-Elsaeßer gestern knapp dem OHA. Weitere Aussagen zu den Gründen und Umständen der abrupten Trennung lehnte der Stiftungsvertreter mit Hinweis auf personalrechtliche Verpflichtungen ab.

Mit dem gleichen Argument lehnte auch Dr. Juliane Moser eine Stellungnahme ab. Sie ließ aber durchblicken, dass sie gegen die fristlose Kündigung klagen werde.

Nach Informationen unserer Zeitung werden der Kunsthistorikerin, die 1996 in Eutin antrat, angeblich schwer wiegende Versäumnisse beim Einholen von Genehmigungen für den Museumsbetrieb zur Last gelegt. Konkret geht es um den Vorwurf, im Jahr 2011 bei den Behörden nicht angezeigt zu haben, dass Besucher nicht mehr nur in geführten Gruppen, sondern auch auf eigene Faust, bestückt mit Informationen über einen Kopfhörer, das Schloss besichtigen können. Dabei sind strengere Ansprüche an den Brandschutz und die Sicherung von Kunstwerken einzuhalten, was neue baurechtliche Auflagen nach sich zieht – dass dies jahrelang unbeachtet blieb, entdeckte jüngst eine von der Stiftung eingeschaltete Expertin für Baurechtsfragen.

Die Kündigung ist der vorläufige Höhepunkt interner Querelen um Mosers künftige Tätigkeit bei der Stiftung. Deren Struktur und Angebot soll auf eine größere Publikumsresonanz ausgerichtet werden. Jetzt wird der mit dieser Neupositionierung befasste Kulturberater Matthias Bönsel vorläufig den Schlossbetrieb managen. Kommentar Seite 3

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