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Ostholsteiner Anzeiger

20. November 2017 | 22:23 Uhr

Eutin : Steuerzahler-Bund rügt Gartenschau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Im Schwarzbuch 2017 wird den Verantwortlichen der Stadt Eutin Unvernunft und Naivität vorgeworfen.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 12:53 Uhr

Hart ins Gericht geht der Steuerzahlerbund mit der Stadt Eutin wegen der Landesgartenschau (LGS): Im „Schwarzbuch 2017“ wird den Verantwortlichen Unvernunft und Naivität vorgeworfen. Das Ergebnis sei ein Defizit von etwa 3,44 Millionen Euro und eine hohe Verschuldung.

Der Steuerzahlerbund habe schon 2012 vor der LGS gewarnt. „Es kam, wie es kommen musste: Statt der erwarteten 600  000 Besucher wurden nur 370  000 Eintrittskarten verkauft. Davon waren lediglich 144  000 sogenannte Vollzahler, der Rest profitierte von Ermäßigungen,“ heißt es im Schwarzbuch. Und weiter: „Wie naiv die Verantwortlichen an das Zehn-Millionen-Euro-Projekt herangegangen sind, zeigt die aktuelle Entwicklung: Erst jetzt erfuhren die Kommunalpolitiker, dass sich die Stadt bei der Einwerbung von Städtebaufördermitteln dazu verpflichtet hatte, die neu entstandenen Flächen 25 Jahre lang auf eigene Kosten zu pflegen.“ Nach Schätzung einer Landschaftsarchitektin seien dafür in den kommenden 25 Jahren insgesamt etwa neun neun Millionen Euro fällig. „Hätten die Stadtvertreter auf die Warnungen im Vorfeld gehört, wären Haushaltsdefizite von mindestens zehn Millionen Euro vermeidbar gewesen.“

Bürgermeister Carsten Behnk wies die Kritik entschieden zurück: „Vom Steuerzahlerbund hätten wir eine korrektere Untersuchung und Recherche erwartet.“ Fakt sei, dass rund 20 Millionen Euro in die Stadtentwicklung investiert worden seien, davon 12,5 Millionen Euro Fördergeld. Das Defizit der LGS von 3,4 Millionen Euro erhöhe die Ausgaben auf 23,4 Millionen, von denen die Stadt elf Millionen zahlen müsse. „Unterm Strich also ein lohnendes Invest für die Stadt und keine Steuerverschwendung.“

Die LGS sei Turbo für eine nachhaltige Stadtentwicklung gewesen: Große Teile der Stadt würden modernisiert, Seepark, Uferpromenade, Küchengarten, Schlossgarten, Torhäuser und Süduferpark seien neu gestaltet worden. Behnk: „Die LGS 2016 war von Anfang an nachhaltig geplant. Die neu geschaffenen Areale rund um den Großen Eutiner See sorgen für eine positive Entwicklung Eutins, speziell im Tourismus.“

Politik, Verwaltung und Bürger hätten gemeinsam sehr verantwortungsvoll gehandelt und in die Zukunft investiert. „Diesen Weg werden wir weiter gehen und mit der Innenstadtsanierung, mit der Ansiedlung eines neuen Hotels und einer geplanten Jugendherberge sowie mit einem neuen Reisemobilpark werden wir den Standort weiter stärken und fit machen für die Zukunft.“

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