zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

24. November 2017 | 08:45 Uhr

Stellung im Handstreich genommen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Multinationale Übung „Red Griffin/Colibri“ machte gestern Station in Eutin / Fallschirmjäger kämpften gegen Reservisten

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2017 | 18:28 Uhr

Dumpfes Knattern kündigt den Angriff an. Drei Hubschrauber schweben ein, setzen rund 40 Fallschirmjäger ab, fliegen sofort wieder ab. Schließlich ist die Landung nicht unbemerkt von den „roten Truppen“ abgelaufen. Deren Soldaten feuern auf die eben Gelandeten.

Tote und Verletzte gibt es nicht. Platzpatronen sei Dank. Denn das Ganze ist Teil der multinationalen Übung „Red Griffin/Colibri“, die seit vergangener Woche in Schleswig-Holstein läuft (wir berichteten). Gestern trainierten 40 Fallschirmjäger der Division Schnelle Kräfte (DSK) auf dem Gelände des Eutiner Aufklärungsbataillons 6 „Holstein“ die Einnahme einer Raketen- nebst Radarstellung. Den Feind stellten rund 30 Reservisten der 1. Kompanie der „Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte“ dar. Seit knapp einer Woche lagen diese hier bereits in Bereitschaft, sicherten die Raketenstellung. Dass die Angreifer sie bereits ausspähten, hatten die Männer bemerkt: Einen der DSK-Aufklärer hatten sie in den vergangenen Tagen gefangen genommen. „Tüchtig“, lobte Generalmajor Andreas Marlow das Vorgehen und zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf der Übung. „Die Zusammenarbeit mit Marine und Luftwaffe war gut“, sagte der Kommandeur der DSK. Wo es Kontakte zur Bevölkerung gab, habe diese positiv auf die Übung reagiert. „Wir haben 99,9 Prozent gute Erfahrungen gemacht“, sagte Marlow. Auch Ostholsteins Bundestagsabgeordneter Ingo Gädechens (CDU) – selbst lange Jahre Soldat gewesen – lobte gestern bei seinem Besuch die Arbeit der Soldaten. „Ich lasse die Bundeswehr nicht stigmatisieren“, sagte Gädechens angesichts des aktuellen Bundeswehr-Skandals. „Sie machen einen guten Job – auch bei dieser Übung“, sagte Gädechens.

Reines Kriegsspiel war der Trainingsabschnitt in Eutin nicht. Die Fallschirmjäger werden auch zur Evakuierung von möglichen Geiseln eingesetzt. Ihr Handwerkszeug umfasst somit auch den Handstreich. Und eben der wurde auf dem Gelände der Rettberg-Kaserne geübt. Erfolgreich, denn nach rund einer Stunde schwiegen die Waffen der Verteidiger, so dass die Angreifer die Radar- und Raketenstellung sprengen konnten – auch wiederum nur simuliert.

Heute findet der Abschluss von „Red Griffin“ in Todendorf statt. Für Marlow „der Höhepunkt der Übung“. Es gilt, einen fiktiven Hafen einzunehmen. Erneut auch aus der Luft; 600 Fallschirmjäger kommen dabei zum Einsatz. Bis Donnerstag folgt die Auswertung, bis zum Wochenende sollen alle 3500 Mann wieder an ihren Heimatstandorten sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen