Steingut von Josiah Wedgwood gefiel auch der Zarin

Kuratorin Susanne Petersen mag den Deckel-Krater des Wedgwood-Steinzeugs besonders gerne. Im Relieffries sind Trinkbrüder und Kulturfreunde zu sehen.
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Kuratorin Susanne Petersen mag den Deckel-Krater des Wedgwood-Steinzeugs besonders gerne. Im Relieffries sind Trinkbrüder und Kulturfreunde zu sehen.

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30. November 2018, 16:27 Uhr

Die ab dem 18. Jahrhundert hergestellte Wedgwood-Pottery ist die bis heute bekannteste Keramik Englands, sagt Susanne Petersen. Die Erfindung des englischen Keramikers Josiah Wedgwood (1730-1795) gingen tausende Proben voraus. Als er damit in Produktion ging, überzeugte das Ergebnis auch den Hochadel. Wedgwood produzierte für Zarin Katharina die Große. Auf Wunsch der englischen Königin benannte er seine „Cream Ware“ in „Queen’s Ware“ um.

Auch Schloss Eutin verfügt über einige Stücke aus Wedgwoods Werkstatt. Museumsleiterin Petersen ist von einer Vase mit Deckel in Form eines griechischen Deckelkraters besonders angetan. Den himmelblauen Tonkörper zieren heitere helle Figuren, ein Relieffries aus weißem Ton. Die Bacchanten (Trinkbrüder) und Satyrn (Kulturfreunde) suggerieren Frohsinn und Genuss. Erfunden hat sie laut Petersen Jean Antoine de Vaere, einer der Künstler Wedgwoods. Der Deckelkrater entstand etwa 1780. Über das gleiche Modell verfügt auch das Metropolitan Museum of Art, New York. Zur Eutiner Dauerausstellung gehören indes zwei Vasen von Wedgwood, die im Gottorfzimmer des Schlosses ausgestellt sind.

Typisch für die Arbeiten des englischen Keramikers seien die klaren aber zurückhaltenden Farben. Durch die Konzentration auf wenige wirkten die Formen der sogenannten Jasper Ware vereinfacht. Josiah Wedgwood sei sehr geschickt darin gewesen, Reliefs auf gewölbte Flächen aus Steingut aufzulegen. Außerdem habe Wedgwood bereits Serien produziert, die sich nur durch Reliefs unterschieden hätten.

Das Gottorfzimmer war ein Gesellschaftsraum der Großherzoge von Oldenburg. Es wurde nach dort hängenden Porträts der Gottorfer Verwandtschaft benannt.

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