Steigendem Bedarf Rechnung getragen

Claudia Kostrzewa-Penthin, Ärztliche Leiterin der Tagesklinik, gab Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz bei einem Rundgang Einblick in die Räumlichkeiten.
Claudia Kostrzewa-Penthin, Ärztliche Leiterin der Tagesklinik, gab Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz bei einem Rundgang Einblick in die Räumlichkeiten.

Tagesklinik für Menschen mit psychischen Erkrankungen eröffnet

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17. Dezember 2014, 11:23 Uhr

Mehr als vier Jahre dauerten die Vorbereitungen – gestern wurde die fünfte Tagesklinik für Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Region in der Eutiner Janusstraße 5 feierlich eröffnet. Den Ehrengästen konnte die Ärztliche Leiterin, Dr. Claudia Kostrzewa-Penthin, jedoch eine erste Bilanz vorlegen. Denn die Tagesklinik hat bereits in der Aufbauphase Patienten aufgenommen. Seit Juni konnte das Klinik-Team der Ameos-Gruppe bereits mehr als 80 Patienten behandeln – zwei Drittel davon waren Frauen. Die Jüngste war 20 Jahre alt, die Älteste 79.

Die Menschen, die hier Hilfe suchen, leiden an affektiven Störungen – Depressionen und Ängste sind somit die Behandlungsschwerpunkte der neuen Tagesklinik, sagt Kostrzewa-Penthin. Im Durchschnitt sind die Patienten sechs Wochen tagsüber vor Ort, werden durchgecheckt und erhalten Therapiestunden in Einzel- oder Gruppensitzungen. Für die 18 Plätze stehen acht Mitarbeiter bereit, darunter zwei Ärzte, eine Psychologin, zwei Krankenschwestern und Ergotherapeuten – viele davon kommen aus dem Mitarbeiterstamm des Ameos-Standorts Neustadt.

Die Tagesklinik ist barrierefrei. Darüber freute sich Kostrzewa-Penthin besonders, denn das trage dem Umstand Rechnung, dass bedingt durch den demografischen Wandel die Patienten immer älter würden. „Das nimmt einfach zu“, sagt Ute Magiera. Nicht nur immer mehr ältere Menschen hätten mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen, sondern auch generell nehme die Zahl der Betroffenen zu, so die Ameos-Pflegedirektorin.

Das belegen auch aktuelle Studien erklärt Thomas Fritsch vom Landesverband Nordwest der Betriebskrankenkassen (BKK). „Bei den psychischen Störungen ist eine signifikante Zunahme festzustellen“, so Fritsch. Heute würden psychische Erkrankungen aber auch besser erkannt. Dennoch scheinen die Menschen im Norden psychisch am labilsten zu sein. So weist Schleswig-Holstein bei den psychischen Erkrankungen mit durchschnittlich drei Tagen je BKK-Mitglied mehr als zwei Drittel höhere Fehlzeiten auf als Baden-Württemberg mit 1,8 Tagen.

Der Vorteil der Tagesklinik sei es, dass die Patienten in ihrem familiären Umfeld bleiben können – anders als bei stationären Aufenthalten. Letzteres sei insbesondere bei Patienten mit Kindern im schulpflichtigen Alter oder bei denen, die Angehörige pflegen, problematisch. „Die Tagesklinik bietet eine ähnlich intensive Behandlung wie eine herkömmliche Klinik“, sagte Frank Ulrich Wiener, Regionalgeschäftsführer der Ameos Nord.

Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz begrüßte die Standortwahl. „Die Tagesklinik erweitert das Angebot im Gesundheitsbereich in Eutin“, lobte Schulz in seiner Rede vor den 40 Ehrengästen. Die Zeiten langer Wartezeiten für Menschen mit psychischen Erkrankungen sei nun passè.

Claudia Kostrzewa-Penthin lobte wiederum die Standortfaktoren Eutins – die zentrale Lage und das große Einzugsgebiet. Das Haus in Bahnhofsnähe sei wiederum wegen der guten Erreichbarkeit gewählt worden.

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