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Ostholsteiner Anzeiger

12. Dezember 2017 | 11:32 Uhr

EUTIN : Stehende Ovationen für Salto Mortale

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Tiere, Menschen, Sensationen: Circus Krone feierte gestern Premiere in Eutin. Die Show erhielt stehende Ovationen, aber auch Kritik.

shz.de von
erstellt am 27.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Wie bringt man im Norden das Publikum auf seine Seite? Die Clowns Fumagalli und Daris versuchten es mit mehrfachen „Moin“.

Die Zuschauer folgten zunächst zögernd den Anheiz-Versuchen der beiden Komiker. Aber nach den ersten Darbietungen der gestrigen Premierenvorstellung – wie den kalifornischen Ohrenrobben Chico, Tino, Joe und Charly, die leichtfüßig, pardon leichtflossig jonglierten und feuchte Küsschen verteilten – schien das Eis gebrochen.

Unter „Oh“ und „Ah“ präsentierten Jana Mandana-Krone und James Puydebois die Wappentiere des Circus Krone: die Elefanten. Auch der Zirkus-Klassiker – die Löwen – wurden insbesondere von vielen Kindern sehnsüchtig erwartet. Große Augen und offene Münder zeigten: Zirkus hat nichts von seiner Faszination verloren.

Ob nun asiatische Gewichtheber, der 3,5 Tonnen schwere Breitmaulnashorn-Bulle „Tsavo“ oder die Trapezkünstler von „Flying Zuniga“: Stehende Ovationen erntete nicht nur die Motorrad-Stunt-Show mit Wilson Dominguez. Kein Wunder: Zeigte „Crazy Wilson“ doch Kunststücke wie den Salto Mortale.

„Sehr, sehr gut“ hat der Zirkus Jule gefallen. So gut, dass die Siebenjährige jetzt auch einen Elefanten haben möchte. Bei ihrem Vater Jörn Schläfke fand der Wunsch nicht ganz so viel Zuspruch. Dafür aber die Show. „Da kam richtig Zirkusflair auf“, sagte der Eutiner.

„Die Musik war schrecklich laut“, sagten Sylvia und Anneliese Michelsen. Die Malenterinnen hatten sich auf eine Zirkuskapelle gefreut; die Musik kam jedoch vom Band. Nicht gefallen hatten auch die Elefanten. „Die Elefantenkuh wirkte schon sehr alt. Die tat mir leid“, sagte Anneliese Michelsen. Derartige Tiere würden nicht in einem Zirkus gehören.

„Der Kinder wegen“ besuchte Klaus Walter gestern die Premieren-Vorstellung. „Die Akrobatik war toll, die Clownerie hätte aber ulkiger sein können“, sagte der Neustädter. Enkelin Liva hat der Besuch gefallen – „Besonders die Pferde und Elefanten“, sagte die Zweijährige.

Sehr angetan von der Vorstellung zeigten sich Marlies Palloks und Edda Skalischus: „Wir sind einfach begeistert“, sagten die beiden Eutinerinnen. Die Clowns, die Tiere und die Nummer mit dem Motorrad waren ihre Favoriten.

„Es gibt immer weniger Zirkusse, die ein Programm mit Tieren zeigen“, sagte Daniel Burow. Der Berliner nutzte seinen Urlaub, um die Besucher am Eingang mit Informationen des Aktionsbündnisses „Tiere gehören zum Circus“ zu versorgen. Während Burow mit zwei Mitstreitern vor Ort war, demonstrierten 30 Mitglieder der Tierrechtsgruppe Accusatrix“ für einen tierfreien Zirkus. „Es braucht keine Elefanten und Nashörner, um die Zuschauer zu unterhalten“, sagte Koordinatorin Nicole Gaidetzka.

Im größten reisenden Zirkuszelt der Welt mit fast 4000 Sitzplätzen waren zwar bei der Premiere am Nachmittag noch einige Plätze frei geblieben, jedoch zeigte sich Krone-Pressesprecherin Dr. Susanne Matzenau sehr zufrieden mit dem Zuspruch. In Eutin habe der Zirkus auf seiner Tour im Norden bisher die meisten Karten verkauft.

Noch bis Sonntag gastiert der Münchner Traditionszirkusses in Eutin an der Albert-Einstein-Straße. Vorstellungen gibt es werktags um 15.30 und 20 Uhr, sonntags um 14 und 18 Uhr. Die Karten kosten 15 bis 40 Euro und sind im Vorverkauf beim Ostholsteiner Anzeiger, Schloßstraße 5-7, und anderen Vorverkaufsstellen erhältlich.

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