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Kurpark Malente : Steg im Kurpark zum Greifen nah

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mehr Steg für weniger Geld: Die Freunde des Kurparks haben die Planung überarbeitet, Gemeinde will sich mit 6000 Euro beteiligen

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Seit etwa vier Jahren verfolgen die Freunde des Kurparks den Plan, die Steganlage im Malenter Kurpark wieder aufzubauen. Als die Gemeinde einer Umsetzung des Projekts im Januar dieses Jahres eine Absage erteilte, obwohl Vereins- und Fördergelder in erheblichem Umfang bereitstanden, war dies ein herber Rückschlag für die Kurparkfreunde.

Doch der Verein um seine Vorsitzende Julia Freese gab nicht auf und so stand das Thema am Mittwoch erneut auf der Tagesordnung des Tourismusausschusses. Erfreuliches Ergebnis für die Kurparkfreunde: Die Gemeinde will sich an dem Vorhaben mit 6000 Euro beteiligen. Dies beschloss der Ausschuss mit sechs Ja-Stimmen sowie jeweils einer Nein-Stimme und einer Enthaltung.

Der Verein rechnet mit Baukosten in Höhe von gut 100 000 Euro. Davon sollen 30 000 Euro aus Vereinsmitteln finanziert werden, weitere Mittel zugesagt haben die Landesdenkmalbehörde (10 000 Euro), die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Ostholstein (5000 Euro) sowie Spender und Sponsoren (5500 Euro). Außerdem hoffte der Verein zum Zeitpunkt der Sitzung noch auf eine Zusage von Bingo-Lotto über 40 000 Euro und über 4000 Euro von der Müller-Stockhausen-Stiftung.

Hintergrund ist eine überarbeitete Planung für die Steganlage. Sie soll mit etwa 30 Zentimetern zwar nicht mehr so hoch wie bislang geplant ausfallen, dafür aber deutlich länger: etwa 270 Meter. „Die neue Planung nimmt die ursprüngliche Idee des Gartenplaners Karl Plomin wieder auf, nach der die ganze Wiesenpassage als Steg ausgebildet sein sollte“, erläutert Julia Freese in einem Schreiben an die Gemeinde. Außerdem komme die neue Planung mit knapp über 100 000 deutlich günstiger: Ursprünglich war von 170 000 Euro die Rede.

Bei den Behörden stieß das überarbeitete Projekt auf so viel Wohlwollen, dass sie nicht nur die Genehmigung erteilten, sondern auch gleich eine finanzielle Unterstützung zusagten. So habe sich im östlichen Teil der Schwentinewiesen ein Trampelpfad herausgebildet, da ein Rundweg bislang nicht vorgesehen gewesen sei. „Durch den Bau eines Bohlenweges auf diesem Trampelpfad unterbleibt die Bodenverdichtung durch die Besucherströme“, heißt es in einem Schreiben der UNB. Die geschützte Sumpfdotterblumen-Feuchtwiese, die gegen Vertritt besonders empfindlich sei, werde durch die besucherlenkende Funktion der Steganlage geschützt, erläutert Julia Freese.

Ursprünglich wollte die Gemeinde aufgrund ihrer angespannten finanziellen Lage überhaupt kein Geld für den Bau der Steganlage geben. Der nun eingetretene Sinneswandel erklärt sich dadurch, dass die Gemeinde ohne die Steganlage auch Geld in die Hand nehmen müsste. Die jetzt für das Projekt bereitgestellte Summe würde sonst in den Bau eines wassergebundenen Weges fließen. „Diesen Betrag müssten wir sowieso ausgeben“, erklärte CDU-Fraktionschef Hans-Werner Salomon. „Für mich ist das nur linke Tasche, rechte Tasche, aber kein Zuschuss mehr.“

Auch Bürgermeister Michael Koch hatte sich für das Projekt ausgesprochen: „Mit ehrenamtlichem Engagement können wir eine Attraktivitätssteigerung erlangen.“ Diese Chance bekomme Malente so schnell nicht wieder. Julia Freese ist jedenfalls fest entschlossen, noch in diesem Jahr loszulegen, da bereits zugesagte Fördergelder einen Start noch 2013 verlangen. Als erstes sollten die bestehenden Reste der alten, verfallenen Steganlage abgebaut werden, kündigte sie an.

 

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