zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 06:32 Uhr

Startschuss für Bürgerbus und Igek

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Staatssekretärin Silke Schneider überreicht gleich zwei Förderbescheide der Aktiv-Region für Projekte in der Gemeinde Malente

Wenn alles wie erwartet klappt, geht der Malenter Bürgerbus am 1. November an den Start. „Am 19. Juli werde die Gemeinde nach einer Ausschreibung den Zuschlag für ein bis zu 60  000 Euro teures Fahrzeug erteilen, erklärte Bürgermeister Michael Koch gestern bei der Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von rund 41  000 Euro für die Fahrzeugbeschaffung durch die Staatssekretärin für ländliche Räume, Dr. Silke Schneider. Dies entspricht bei Gesamtkosten von 70  000 Euro einer Förderquote von 70 Prozent.

Noch ein bisschen höher ist die Quote des zweiten Förderbescheids, den die Vertreterin der Kieler Landesregierung im Gepäck hatte. Das seit vielen Jahren immer wieder von Bürgermeister Michael Koch geforderte und schließlich von der Malenter Politik auf den Weg gebrachte Integrierte Gemeindeentwicklungskonzept (Igek) wird mit 80 Prozent gefördert. Das entspricht bei Gesamtkosten von 70  000 Euro rund 47  000 Euro. In beiden Fällen hatte die Gemeinde die Projekte bei der Aktiv-Region Schwentine-Holsteinische Schweiz beantragt. Mit den Übergabe der Förderbescheide ist quasi der Startschuss für beide Projekte gefallen. Zuvor durfte die Gemeinde aus rechtlichen Gründen nicht aktiv werden.

„Es ist ein schöner Termin, denn ich bringe Geld mit. Weil Sie gute Ideen haben, bin ich heute hier“, erklärte Silke Schneider und lobte die Aktiv-Region für ihre Arbeit: „Sie haben es immer verstanden, die Fördermittel auszuschöpfen. Dazu gehört viel Engagement.“ Lob hatte sie auch für die beiden neuesten Projekte: Igek diene als Grundlage für weitere Entwicklungsschritte. Damit gehe die Gemeinde beispielhaft vor. „Herr Koch, das ist auch ihr Verdienst“, sagte die Staatssekretärin. Der Bürgerbus trage der Erkenntnis Rechnung, dass sich viele infrastrukturelle Einrichtungen auf den Dörfern nicht halten ließen. Das Projekt sei damit eine Antwort auf die Frage, wie die Bürger zu den Angeboten gebracht werden könnten.

Joachim Schmidt, Vorsitzender der Aktiv-Region betonte den kreisübergreifenden Aspekt des Bürgerbusses. „Wir brechen die starren Konventionen auf.“ Neben den Malenter Dörfern soll der Bürgerbus auch die Orte Nieder- und Oberkleveez im Kreis Plön bedienen. Sie gehören zur Gemeinde Bösdorf, in der Schmidt Bürgermeister ist.

„Der Verein Bürgerbus Malente hat mit seiner Initiative beim Kreis offene Türen eingerannt“, berichtete Ostholsteins Landrat Reinhard Sager. Ein solches Modell existiere bereits seit zwei Jahrzehnten auf Fehmarn und habe sich dort hervorragend bewährt. Er sei davon überzeugt, dass der Bürgerbus einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Mobilität leisten werde, betonte Sager. Deshalb werde der Kreis das Projekt wie die Gemeine für die ersten drei Jahre mit Betriebskostenzuschüssen von bis zu 10  000 Euro unterstützen.

Als „Riesenchance für die Gemeinde Malente“ bezeichnete Bürgermeister Michael Koch Igek. Er will dieses mit dem aktuellen Forschungsvorhaben „Potenziale von Kleinstädten in peripheren Lagen“ des Bundesbauministeriums verknüpfen, mit dem Malente im Dialog mit seinen Bürgern eine Entwicklungsstrategie 2030 entwerfen will. Zwar will Koch Igek mit der Beauftragung einer Agentur noch in seiner Amtszeit auf den Weg bringen. Die eigentliche Umsetzung wird aber in den Händen seiner am vergangenen Sonntag gewählten Nachfolgerin Tanja Rönck liegen, die Ende August ihr Amt antritt. Sie war deshalb beim Pressetermin im Haus des Kurgastes dabei.

Mit dem Bürgerbus beschreite der Verein einen völlig neuen Weg, erklärte Vereinsvorsitzender Ingo Wagner. Denn anders als üblich sei der Bürgerbus nicht mit dem örtlichen Busunternehmen verknüpft. „Diesen Weg hätten wir auch gerne genommen, doch das hätte weitere erhebliche Verzögerungen bedeutet“, erklärte Wagner. Die rechtlich daraus folgende Konsequenz dürfte Fahrgäste freuen: Für sie fährt der Bürgerbus kostenlos.

Nun hofft Wagner, dass sich beim Verein weitere Bürger melden, die bereit sind, sich ehrenamtlich hinter das Steuer des Bürgerbusses zu setzen. Am Mittwoch, 13. Juli, wird es bei Familie Losert (Lindenallee 68) ein erstes Fahrertreffen geben, zu dem Interessenten eingeladen sind. Informationen gibt Ingo Wagner unter Telefon 04523/2076872 oder per E-Mail an Inwano@arcor.de.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Jun.2016 | 16:26 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen