zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

24. August 2017 | 05:33 Uhr

Starkstrom-Leitung wird nun doch gebaut

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bundesnetzagentur korrigiert ihre Entscheidung für die Ostküste / Bau bis 2021

Die intensiven Überzeugungsversuche von Kreis und Land scheinen sich gelohnt zu haben: Die Bundesnetzagentur hat mitgeteilt, dass die Starkstromleitung (380 kV) von Göhl nach Lübeck nun doch gebaut werden soll. „Dies bedeutet für den Kreis Ostholstein, dass der Bau der zur Ableitung des Stroms aus Windparks notwendigen Stromleitungen als erforderlich angesehen wird“, erklärte Landrat Reinhard Sager gestern. Damit werde auch der im Kreistag mehrfach erhobenen Forderung Rechnung getragen, künftig ein leistungsstarkes Leitungsnetz vorzuhalten und Abschaltungen der Windparks zu verhindern.

Eigentlich war die 380-kV-Leitung bereits beschlossene Sache, doch versetzte die Bundesnetzagentur den Windmüllern in Ostholstein einen Tiefschlag, indem sie den Bau im November 2012 als „nicht erforderlich“ einstufte. Nun soll die Starkstromleitung bis zum Jahr 2021 realisiert werden. „Das bedeutet, dass mit den weiteren Planungen in naher Zukunft begonnen werden muss“, erklärte Sager. Ziel müsse es sein, die Interessen der Bürger so in das Verfahren einzubringen, dass möglichst geringe Nachteile entstünden sowie Tourismus, Natur, Landschaft, Gewerbe und Landwirtschaft so wenig wie möglich beeinträchtigt würden. Gestrichen hat die Bundesnetzagentur unterdessen eine ursprünglich von Göhl nach Kiel vorgesehene Leitung.

Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) begrüßte die Entscheidung der Bundesnetzagentur. Gegenwind kam indessen vom Koalitionspartner SPD. Wo Windstrom erzeugt werde, müsse es zwar die Möglichkeit des Abtransports geben, sagte der energiepolitische Sprecher der SPD, Olaf Schulze. „Wir müssen aber klären, ob das nur über eine 380-kV-Leitung geschehen kann oder ob es nicht auch über die bestehenden Trassen geht.“ Das stieß auf Kritik der Opposition. Der Streit zwischen SPD und Grünen dürfe den Netzausbau in Ostholstein nicht behindern, forderte CDU-Energiepolitiker Jens-Christian Magnussen. Er warf der SPD vor, Energieminister Habeck in den Rücken zu fallen. „Aufgabe einer die Regierung tragenden Partei wäre es, den Menschen die Notwendigkeit des ungeliebten Netzausbaus zu vermitteln.“

Seite 13

zur Startseite

von
erstellt am 10.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen