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Bergfeld : Stall für 500 Kühe erregt die Gemüter

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Landwirt Dirk Huhne möchte in Bergfeld einen neuen Stall für 500 Rinder bauen. Das bereitet den Kasseedorfer Gemeindevertretern einige Kopfschmerzen. Sie sagen „Ja, aber ...“

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erstellt am 06.Aug.2014 | 04:00 Uhr

Ein neuer Stall für 500 Rinder – dieses Projekt des Landwirts Dirk Huhne in Bergfeld bereitet den Kasseedorfer Gemeindevertretern einige Kopfschmerzen. Zwar haben sie das Vorhaben bereits offiziell befürwortet, ihr positives Votum aber für die Genehmigungsbehörden mit erheblichen Bedenken versehen.

Bürgermeisterin Regina Voß (SPD) begründete die Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens für Huhnes Bauantrag so: „Es ist ein landwirtschaftlich privilegiertes Vorhaben, da mussten wir rein rechtlich zustimme n.“ Allerdings seien in der nichtöffentlichen Beratung im Bauausschuss zahlreiche Fragen zu den Auswirkungen der riesigen Anlage laut geworden. Geklärt werde müsse, was mit der Gülle passiere, wie die Verkehrsbelastung für das Dorf zu tragen sei, ob das an Bergfelds Weideland grenzende FFH-Gebiet mit der Schwentine tangiert werde. Diese Bedenken habe die Gemeinde in ihrer Stellungnahme aufgeführt, so die Bürgermeisterin: „Mehr konnten wir nicht machen.“

Für die Besorgnisse der Kommunalpolitiker hat Dirk Huhne ein offenes Ohr. „Die Bedenken, die Laien gegenüber einem solchen Vorhaben äußern, kann ich grundsätzlich verstehen. Mir ist auch klar, dass es nur im Miteinander vor Ort zu machen ist.“ Deshalb wolle er, sobald die Ernte vorbei sei, die notwendigen Gespräche führen.

Von Seiten des Kreises und des Landesamtes für Landwirtschaft, das für die Genehmigung der Anlage zuständig ist, habe er bereits Anfragen zu seinen Planungen erhalten. Ihm sei bewusst, dass er in puncto Emissionen strenge Vorgaben beachten müsse. Huhne: „Klar ist, dass wir die Standards einhalten müssen.“

In der Sache sieht der 44-jährige Landwirt gute Argumente für seine Sache. Er verweist darauf, dass er auf 100 Hektar Grünland bereits 200 Kühe in Bergfeld halte. In der Milchvieh-Branche gelte sein Unternehmen als „Vorzeigebetrieb“. Wichtig dabei: „Wir fühlen uns den Tieren verbunden, achten auf ihr Wohl.“

Der neue Stall in Bergfeld soll 4000 Quadratmeter groß werden und Platz für 500 Tiere bieten. Das bedeute aber nicht sogleich 500 Milchkühe unter einem Dach, betont Huhne: „Wir müssen ja auch Raum für die Kälber und Färsen einberechnen.“

Er trage mit der Vergrößerung auch den Besonderheiten der Landschaft am Bungsberg Rechnung: Die Qualität der Böden, aber auch das sehr hügelige, teils sehr steile Gelände spreche gegen intensiven Ackerbau und für die Rückkehr zur Milchwirtschaft. Die sei aufgrund des erforderlichen Personalaufwandes volkswirtschaftlich vorteilhaft.

Neben Huhne planen mehrere der rund 100 Milchbauern in Ostholstein eine Aufstockung ihrer Bestände. Im April 2015 soll die Milchquote fallen, die 30 Jahre in der EU die Produktion begrenzte – selbst Experten rätseln, ob immer größere Betriebe die Folge sein werden.

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