Städte feiern "Porzellanhochzeit"

David Manke und Hunter Knox aus Lawrence freuen sich auf Wochen in Deutsch, Unterricht im Voß-Gymnasium und auf Ausflüge in die Städte, vor allem Berlin.
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David Manke und Hunter Knox aus Lawrence freuen sich auf Wochen in Deutsch, Unterricht im Voß-Gymnasium und auf Ausflüge in die Städte, vor allem Berlin.

Der deutsch-amerikanische Jubiläumssommer hat begonnen. Die Schüler und Studenten aus Lawrence/Kansas sind übers Pfingstwochenende allesamt angekommen und in ihren Gastfamilien und an den beiden Eutiner Gymnasien mit viel fröhlichem Trubel empfangen worden.

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04. Juni 2009, 10:03 Uhr

Eutin/ | Wertschätzung und Freude über eine ebenso ungewöhnliche wie lebendige Freundschaft machte Dienstagabend ein Festakt in den vollbesetzten Schlossterrassen deutlich, der die Feierlichkeiten rund um 20 Jahre Städtepartnerschaft krönte. Die Menschen in Lawrence haben für Eutin den schönen Begriff "Sister City". In den Jubiläumsreden verband er sich problemlos mit Bildern von einer "wilden Ehe" zwischen den beiden Städten in den Anfängen der Beziehung und von einer "Porzellanhochzeit", die nach nunmehr offiziellen, aber nie langweiligen zwei Jahrzehnten zu feiern sei.

In der großen Runde der US-amerikanischen Gäste und der Familien, der offiziellen Vertreter und der mit viel Applaus gewürdigten Mitgestalter der Anfänge wurde eines klar: Wie groß das Engagement auch ist, das eine solche Bindung so weit um den Erdball fordert - die Akteure in Lawrence und Eutin halten fest und haben die gemeinsame Zukunft unermüdet fest im Blick.

Während Generalkonsulin Karen E. Johnson in Dresden den Besuch Barack Obamas mit vorbereitet, überbrachte Referentin Martina Schulze die Gratulation aus dem US-amerikanischen Generalkonsulat in Hamburg. Auch mit dem Kurswechsel unter dem neuen Präsidenten könnten öffentliche Diplomatie und Regierungsgespräche nicht alles leisten. "Es sind die Menschen, die starke Netzwerke aufbauen müssen, damit Brücken in die Zukunft entstehen. Sie sind die privaten Botschafter, die mit dem Austausch eine lange Freundschaft mit neuen Eindrücken vertiefen."

Eutins Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz und Martin Vollertsen, Vorsitzender des Partnerschaftsvereines ("Freunde von Lawrence in Kansas"), blickten auf die bewegte gemeinsame Geschichte der ungleichen Städte und dankten den Förderern und Sponsoren. "Lasst uns noch mehr Leute überzeugen, an dieser Partnerschaft teilzunehmen und sie mit Leben zu füllen, für die junge Generation und für die nächsten 20 Jahre", so Schulz.

Der Dank der Austauschorganisatoren auf beiden Seiten ging an die Eutiner Gymnasien, an deren Schulalltag 11 Schüler und 12 Studenten aus Lawrence im Alter zwischen 14 und Anfang 20 in den kommenden Wochen teilhaben werden, sowie an die Anbieter von Praktikumsstellen im Bankwesen, bei den Stadtwerken und im Journalismus.

Michael Dever, Bürgermeister von Lawrence, zeigte sich begeistert von der "wunderbaren Rosenstadt" und bekräftigte seinen Willen, den Austausch weiterhin mit aller Kraft zu unterstützen. "Time goes by quickly" (die Zeit verfliegt schnell), mahnte er die Jugend, diese einmalige Chance des Austausches und des Lernens intensiv zu nutzen. Professor William Keel, Leiter des German Departement an der Kansas University und langjähriger Organisator des Austausches auf US-Seite, rief den Eutiner "Partnern der ersten Stunde" unter Beifall seinen Dank zu, darunter dem damaligen Bürgermeister Friedrich Knutzen und Vollertsens Vorgänger Helmut Scheewe.

Den Austauschschülern und -studenten und ihren Gastfamilien bot der "Deutsch-Amerikanische Abend", begleitet von der Musik der Band "Timmerhorst", Gelegenheit zum weiteren Kennenlernen. Viele Familien hatten die ersten Tage mit ihren jungen Gästen bereits für Ausflüge genutzt, andere setzten auf Spielabende, um rasch miteinander vertraut zu werden. Inzwischen ist die offizielle Delegation aus Lawrence wieder heimgereist und "Austausch-Alltag" mit viel Extra-Programm und Städtereisen kehrt ein, bevor es schließlich Ende September zum Gegenbesuch losgeht nach Kansas.

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