Plön : Stadtwerke wollen Wasser liefern

Der Konzessionsvertrag mit "Holstein Wasser" aus Neumünster läuft Ende dieses Jahres aus. Nun nehmen die Plöner Stadtwerke die Verhandlungen auf.

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02. Februar 2012, 12:24 Uhr

Plön | Nach dem Strom nun auch das Wasser? Die Stadtwerke Plön wollen das Geschäft vom bisherigen Lieferanten "Holsteiner Wasser" aus Neumünster übernehmen und ihren Geschäftsbereich als kommunaler Versorger ausweiten. Offensichtlich gelernt aus den Erfahrungen aus der Misere um die Vergabe der Wege- und Nutzungsrechte für die Stromlieferung, machen Stadt und Stadtwerke das anstehende Verfahren öffentlich. Der städtische Hauptausschuss übertrug nun den Stadtwerken das Mandat zur Verhandlung.

"Holsteiner Wasser" gehört zur Schleswag Abwasser GmbH und betreibt in der Kreisstadt Plön ein Wasserwerk mit dem dazu gehörigem Netz. In Plön und Grebin versorgt "Holstein Wasser" etwa 13.000 Einwohner mit rund 600.000 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr. Das Rohwasser gewinnt das Unternehmen aus insgesamt sieben Brunnen mit Tiefen von ungefähr 40 Meter. Darüber hinaus betreut "Holstein Wasser" auch die Wasserversorgung von Ober- und Niederkleveez mit Wasser aus Malente.
Hauptkonfliktfeld wird die Ermittlung des Kaufpreises

Ende dieses Jahres läuft die Konzession über die Lieferung von Trinkwasser in der Stadt Plön aus. Ähnlich wie bei der Stromvergabe durch die aus der Schleswag hervorgegangene Eon Hanse wollen jetzt die Stadtwerke Plön das Geschäft machen und damit auch das Wassernetz rekommunalisieren. Als Voraussetzung dafür ist der Konzessionsvertrag mit "Holstein Wasser" bereits gekündigt.

Nach einem Beschluss des Hauptausschusses und dem Verwaltungsrat der Stadtwerke Plön begleiten nun Stadt und Stadtwerke das anstehende Verfahren. Dazu ist bereits ein Auftrag zur rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Begutachtung erteilt worden. Bereits am 19. Januar fand ein Gespräch von Stadt und Stadtwerken auf der einen Seite mit "Holstein Wasser" in Neumünster statt. Die Geschäftsführer erklärten, dass der Prozess zur Übertragung der Konzession im Rahmen der rechtlichen Pflichten durch die "Holsteiner Wasser GmbH" begleitet wird. Auch "Holsteiner Wasser" habe ein Interesse daran, dass der Kunde vom Versorgerwechsel möglichst wenig beeinflusst sei.

Hauptkonfliktfeld - offensicht wie beim Strom - wird die Ermittlung des Kaufpreises. Die "Holsteiner Wasser GmbH" und ihre Gesellschafter erwarten einen möglichst hohen Erlös, schreibt Info Eitelbach, Geschäftsführer der Stadtwerke Plön. Allerdings ließen die von "Holstein Wasser" vorgelegten Daten eine Kalkulation des Kaufpreises nicht zu.

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