Wende in der Atompolitik : Stadtwerke pochen auf Verlässlichkeit

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17. März 2011, 07:04 Uhr

eutin | Für einen Ausstieg aus der Atomenergie kommt es in Deutschland nicht nur auf politische Absichtserklärungen, sondern vor allem auf das Verhalten der Bürger als Stromkunden an. Das betonte gestern Andreas Bünger, Geschäftsführer der Stadtwerke Eutin GmbH (SWE). Sein Appell: "Leute, geht weg von den Konzernen, stärkt die Stadtwerke."

Bünger begründete diesen Aufruf mit dem Wirtschaftsgedanken der Stadtwerke. Ihnen gehe es in der Regel um langfristigen Nutzen und regionale Beständigkeit, weniger um kurzfristige Gewinne. Dieses Geschäftsmodell entspreche dem Prinzip der Nachhaltigkeit, und das werde auch bei einer Neuorientierung in der Stromerzeugung bundesweit mehr Gewicht erhalten müssen.

Vor diesem Hintergrund begrüßte Bünger die zumindest dreimonatige Abkehr der Bundesregierung von ihrer erst im November beschlossenen Laufzeitverlängerung. Die SWE hatte sich damals dem Protest vieler kommunaler Versorger angeschlossen; sollte sich jetzt der Preisvorteil für Atomstrom reduzieren, sieht Bünger wieder mehr wirtschaftliche Chancen für alternative Stromerzeugung.

Die Stadtwerke Eutin seien intensiv im Gespräch über entsprechende Projekte, von der Windenergie über Mini-Blockheizkraftwerke bis zur Holzverstromung. Wichtige Voraussetzung für die Realisierung sei aber Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen: "Mal links, mal rechts, das geht einfach nicht für langfristige Investitionen."

Bünger betonte, dass eine Abkehr vom Atomstrom auch eine Preisfrage sei: "Dies entscheidet sich am Portemonnaie des Bürgers." Es sei aktuell damit zu rechnen, dass sich die Preise schnell nach oben bewegten.

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