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Ostholsteiner Anzeiger

17. Oktober 2017 | 15:10 Uhr

Stadtverwaltung in Förde-Sparkasse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

SPD-Bürgermeisterkandidat Lars Winter klagt über fehlende Barrierefreiheit auf dem Plöner Marktplatz und in der Stadtverwaltung

von
erstellt am 20.Jun.2016 | 20:08 Uhr

Lars Winter hat eine Vision: Stadt Plön und Amt Großer Plöner See sollten eine gemeinsame Verwaltung haben. Und die könnte vom bisherigen Rathaus in die Räume der Förde-Sparkasse verlegt werden. Die fehlende Barrierefreiheit im Rathaus veranlasst Winter zu diesen Gedankenspielen, die er mit der Fielmann-Akademie und der Sparkasse noch ausloten muss. Aber auch ein Gespräch mit dem Amt Großer Plöner See steht noch aus.

Das Stichwort Barrierefreiheit fiel am Montag mehrfach im Dana-Pflegheim Fünf-Seen-Allee in Plön. Winter hatte Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) eingeladen um mit rund 30 Teilnehmern – darunter auch die Dana-Geschäftsführung mit Dr. Yazid Shammout und Plöns Behindertenbeauftragte Ute Wacks – darüber zu sprechen, wie man in Plön besser alt werden kann.

„Die Menschen wollen so lange wie möglich zu Hause leben“, sagte Winter. Dafür brauche Plön aber barrierefreie, bezahlbare Wohnungen und mehr ambulante Dienste. Aber auch die Stadt Plön müsse sich barrierefreier geben. Das historische Altstadtpflaster sei nicht austauschbar. Die Fugen, so Winter, müssten optimiert oder Rollatoren mit Gummireifen ausgestattet werden.

Kristin Alheit lobte das Dana-Pflegeheim als „wunderschöne Einrichtung“. Die Menschen fühlten sich bei Dana sehr wohl. In Schleswig-Holstein gebe es überproportional viele Menschen in Pflegeheimen. Doch die meisten wollten zu Hause alt werden. Die Hilfe von Nachbarn, Ehrenamtlern und Angehörigen werde immer wichtiger. Alheit will einen Demenzplan für Schleswig-Holstein aufstellen, Vorhandenes bündeln und Bedarfe abdecken. Alheit: „Es muss eine Unterstützungsstruktur aufgebaut werden.“ Das Ehrenamt sei nur mit hauptamtlicher Unterstützung gut. Aber: „Das Ehrenamt
ersetzt nicht die professionelle Pflege.“

Alheit ging auf den Mangel an Pflegekräften und Pflegefachkräften ein: „Wenn ihnen die Gehälter erhöht werden, dann muss die Pflegeversicherung erhöht werden. Die Ausbildung des Nachwuchses sei nicht mehr gebührenpflichtig für die Auszubildenden. Sie hegte Hoffnung in der Neustrukturierung der Ausbildung in der Pflege, wenn Kinder-, Kranken- und Altenpflege gemeinsam ausbildeten: „Das gib eine neue Durchlässigkeit.“

Plöns Behindertenbeauftragte Ute Wacks kritisierte das Innenstadtpflaster und die schlechte Parksituation für Behinderte in der Stadt. Ihr Tipp: Aus zwei Parkplätzen für Behinderte, einen Parkplatz machen. Aber
auch die Lkw-Kolonnen müssten aus der Innenstadt verschwinden. Außerdem wünscht sich Ute Wacks mehr behindertengerechte Wohnungen in Plön.

Hilfe von Bund und Land forderte Hans-Jürgen Kreuzburg für den Sozialverband Deutschland ein. Es müsse ein Programm aufgelegt werden, um Wohnungen für Behinderte zu bauen.

Dana-Geschäftsführer Dr. Yazid Shammout beklagte vor der Ministerin den Fachkräftemangel. Er wollte 25 Flüchtlingen eine Chance in der Pflege geben, bekam aber auf sein schriftlich fixiertes Ansinnen im Kieler Sozialministerium keine Antwort. Shammout sprach sich für eine bessere Bezahlung des Pflegepersonals aus, erinnerte aber daran, dass in Schleswig-Holstein die niedrigsten Pflegesätze in Deutschland gezahlt würden. Shammout brachte es auf einen Nenner: „Niedrige Pflegesätze, niedrige Gehälter.“

Dana gehe mit seinem Projekt „Lebensstil“ auf die Bedürfnisse der Menschen ein. Derzeit würde in Eutin und Lauenburg bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum zur Verfügung gestellt. „Das kommt sehr gut an“, freute sich Shammout. Er könne sich ein Dana-Lebensstilhaus auch sehr gut in Plön vorstellen.

Alheit stellte fest, dass das Land mehr Ausbildungsplätze in der Pflege geschaffen habe. Pflege könne aber nicht auf Dauer so organisiert werden wie jetzt. Aus stationärer Pflege müsse mehr häusliche und ehrenamtliche Pflege werden. Alheit: „So kann das Leben für Menschen besser gemacht werden.“ Schließlich gebe es nicht genug junge Menschen, die später in der Pflege arbeiten wollen. Bei der Beschäftigung von Flüchtlingen sei Alheit die Sprache wichtig. Es dürfe so nicht „Pflege-Light“ durch die Hintertür eingeführt werden. Hans-Jürgen Kreuzburg fuhr der Ministerin in die Parade: „Ältere Menschen brauchen nicht nur Sprache, sondern auch Zuwendung.“

 

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