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Ostholsteiner Anzeiger

18. Oktober 2017 | 19:22 Uhr

Eutin : Stadtvertretung muss entscheiden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Widersprüchliche Beschlüsse in den Ausschüssen. Das Ehrenmal muss zur Sanierung aber auf jeden Fall den Markt verlassen und der Planer darf das Höhenniveau auf dem Platz angleichen.

shz.de von
erstellt am 13.Mär.2016 | 13:00 Uhr

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte: Das Sprichwort aus Kindertagen kommt auch bei Eutins Stadtentwicklung zum Tragen. Der Stadtentwicklungsausschuss und der Bauausschuss haben diese Woche sich teilweise widersprechende Beschlüsse zur Gestaltung am Markt gefasst – ihnen gemein ist nur „das Kaputtmachen des Gesamtkonzepts“, wie Bauausschussvorsitzende Monika Obieray (Grüne) sagt.

Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz gab noch in der Sitzung am Donnerstagabend an, strittige Themen endgültig in der Stadtvertretung am 23. März entscheiden zu lassen. Bis dahin muss es auch noch eine Sondersitzung des Bauausschusses geben, da der Donnerstagabend nur für knapp die Hälfte aller Tagesordnungspunkte reichte. Der Fokus lag dabei auf der Gestaltung der Peterstraße bis zum Markt sowie Standort Ehrenmal und Wasserspiele. Monika Obieray hatte dabei regelmäßig damit zu tun, die aus dem Rahmen laufende Diskussion wieder in Bahnen zu lenken und einige ihrer Ausschussmitglieder über den aktuellen Stand der Planung zu informieren. Zum Beispiel versuchte Jackie Meyer (FDP) den Ausschuss mit zahlreichen Fotobeispielen aus anderen Städten von der Idee zu überzeugen, dass ein Verfugen des Pflasters viel besser für Eutin geeignet wäre als der Naturstein, der schon in der oberen Peterstraße und der Straße Am Mühlenberg verlegt wurde. Auch sei der Dreck auf dem vom Ausschuss gewählten Material zu deutlich sichtbar. „Ich hätte mir die Anregung gut eineinhalb Jahre früher gewünscht, Frau Meyer. Sie haben sich hier im Ausschuss für das Material entschieden. Jede Stadt braucht ihr Pflaster. Unsere Idee ist Teil eines Gesamtkonzeptes, von dem ein Großteil schon gemacht ist. Der Rest sollte sich daran anfügen“, sagte Bauamtsleiter Bernd Rubelt. „Wir sind unbedingt dafür, dem Entwurf des Planers zu folgen, wie er dem Stadtentwicklungsausschuss vorgelegen hat“, sagte Obieray, als von SPD und FDP die Gestaltung der Peterstraße komplett in Frage gestellt wurde.

Auch Schulz mahnte: „Wir haben ein Gesamtkonzept. Es muss aus einem Guss sein.“ Entschieden wurde letztlich, wie schon berichtet, dass die Peterstraße in ihrer Gestaltung dem Entwurf des Planers entspricht – mit einer entscheidenden Abweichung: CDU und SPD setzten sich mit dem Wunsch einer durchgängigen Naturstein-Pflasterung von der Peterstraße bis zur Lübecker Straße durch und „zerstören damit das Gesamtkonzept des Marktplatzes“, so Obieray. Der Platz vor dem Rathaus sei somit kaputt. Sie wage nicht zu hoffen, dass die CDU in der Konsequenz das Natursteinpflaster der Königstraße auch ohne Unterbrechung bis an den Markt heranziehen wolle. Nachwort von Olaf Schmidt (CDU): „Aber selbstverständlich wollen wir das.“

Uneins war sich der Ausschuss auch über Wasserspiele auf dem Markt: Zwar entschied sich die Mehrheit gegen Brunnen und Wasserspiele, wollte aber für die Zukunft „zur Sicherheit“ auf Vorschlag von Olaf Schmidt Leerrohre an die Stelle der geplanten Wasserspiele unter das Pflaster legen – „damit wir nicht noch mal alles aufmachen müssen, falls wir uns umentscheiden“, so Schmidt.

Gestritten wurde auch um das Ehrenmal. Die SPD-Mitglieder des Bauausschusses wollten eine Abstimmung erwirken, weil bei der Besetzung – anders als beim Stadtentwicklungsausschuss – eine Mehrheit für eine Versetzung gestimmt hätte. Im Stadtentwicklungsausschuss votierte eine Mehrheit mit SPD-Stimmen gegen eine Versetzung.

Das Thema muss nun von der Stadtvertretung entschieden werden. „Fakt ist“, so Obieray, „wir müssen das Denkmal anfassen – egal an welchen Standort es kommt.“ Denn Planer und Bauamtsleiter betonten, dass die Standsicherheit im derzeitigen Zustand „alles andere als gewährleistet ist“. Über die Umfeld--Gestaltung muss noch entschieden werden. „Da wird noch viel zu reden sein“, ahnt Obieray. Eine Anpassung unterschiedlicher Höhen am Platz darf der Planer nach aktuellen Beschlüssen vornehmen.

Widersprüchliche Beschlüsse gab es in den Ausschüssen auch zur Baumreihe vorm Brauhaus. Der Bauausschuss entschied sich mit knapper Mehrheit für ein Verrücken in Richtung Mitte, der Stadtentwicklungsausschuss wollte die alten Bestände vor Ort erhalten. Auch hier muss die Stadtvertretung ran.


In der Peterstraße wird nachgebessert


Beim Ortstermin fiel den Ausschussmitgliedern im neugemachten Teil der Peterstraße die Schwelle nach dem Durchgang in Laufrichtung zwischen Klinker und Natursteinpflaster ins Auge. Die Mehrheit war sich einig darüber, dass dies geändert werden muss. Ebenso sollen die Entwässerungsrinnen im zweiten Eingangsbereich von Pro Talis abgeflacht werden (wie am Haupteingang), damit eine Querung für Rollatoren und Rollstuhlfahrer möglich wird – allerdings nach Abnahme der Baustelle. Die Fertigstellung ist Anfang April geplant (wir berichteten).

Bauamtsleiter Bernd Rubelt brachte es vor Ort in einem Satz auf den Punkt. „Wir machen es, die Zeit drängt.“ Auf Nachfrage erklärte er, dass die Hinweise und Wünsche des Ausschusses schon jetzt an die Firmen übermittelt werden, um nicht in unnötige Verzögerungen zu geraten.

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