„Stadtradelstar“ will andere motivieren

Claudia Hegenberg freut sich, dass das Fahren in der Fußgängerzone nun auch in Eutin möglich ist.
Claudia Hegenberg freut sich, dass das Fahren in der Fußgängerzone nun auch in Eutin möglich ist.

Als überzeugte Radfahrerin meistert sie seit 20 Jahren Eutiner Strecken per Rad

shz.de von
29. August 2018, 10:58 Uhr

Claudia Hegenberg (50) fährt aus Überzeugung seit gut 20 Jahren nahezu alle Strecken in Eutin mit dem Rad. „Man kann mit kleinen Dingen schon so viel erreichen im Klimaschutz. Und wenn das mit der Aktion Stadtradeln den Menschen wieder bewusst wird, ist viel gewonnen“, sagt Hegenberg. In Eutin und der Holsteinischen Schweiz sei die Landschaft so fahrradfreundlich, dass es für sie ein leichtes gewesen sei, aufs Rad umzusteigen.

Für die Aktion Stadtradeln strampelt sie die Kilometer für das Team „Eutiner Vielfalt“: „Darin haben sich viele Menschen zusammengeschlossen, die etwas bewegen wollen in Sachen Nachhaltigkeit, Fairtrade und Umweltbewusstsein.“

Gemeinsam mit ihrem Mann Tilo Hegenberg machte sie einen Rad-Urlaub in Kopenhagen, der Fahrradhauptstadt schlechthin. Dem Ostholsteiner Anzeiger berichtete sie über ihre Erfahrungen.

Was hat Sie in Kopenhagen als Fahrradstadt am meisten beeindruckt? „Das Wohlgefühl, das man in Kopenhagen beim Radfahren hat. Man hat wirklich immer ein gutes und sicheres Gefühl. Alle fahren Rad – selbst bei Regen und Wind wird die Anzahl der Radfahrer nicht kleiner.“
Was macht das Radfahren dort so sicher und angenehm? „Insgesamt scheint alles so angelegt zu sein, dass der Mensch und sein Wohlgefühl auch im Straßenverkehr im Mittelpunkt stehen. Die Dänen nennen das „hygge“. Dadurch können alle gut aufeinander Rücksicht nehmen. Zum sicheren und angenehmen Radfahren helfen diverse Elemente: Deutlich markierte, sehr breite und ebene Wege, kaum Kanten und Hindernisse, und auch das Verhalten der Autofahrer – sie fahren an engeren Stellen geduldig hinter Radfahrern her und halten beim Überholen großzügigen Seitenabstand ein.“ In Neudorf, ihrer Eutiner Heimat, seien nicht mal die Bordsteinkanten abgesenkt, was das Radeln auch schon erleichtern würde.

Was würden Sie als erstes „importieren“ wollen? „Mich haben die fehlenden Kanten am meisten beeindruckt. Dafür wurden überall so kleine Asphaltkeile angefügt, damit man praktisch immer rollt und nirgends gegen stößt.“ Und was ist in Eutin besser? „Die Abstellanlagen! Die Dänen haben zu wenig davon und wenn, dann meist sehr einfache, an denen man das Fahrrad nicht mal anschließen kann. Da gefallen mir die neuen Fahrradbügel in Eutin viel besser.“

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