zur Navigation springen

Diskussion in Eutin : Stadtfest oder Landesgartenschau?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Hauptausschuss diskutiert über die Kollision zweier Großveranstaltungen 2016 in Eutin / Bürgermeister Schulz mahnt Entscheidung an

von
erstellt am 16.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Das Thema, wie das Stadtfest mit dem Großflohmarkt attraktiver gestaltet werden kann, sorgte am Dienstagabend im Hauptausschuss für eine rege Diskussion. Unversehens erwuchs daraus die Gretchenfrage für die Eutiner Stadtvertreter: Wie halten sie es mit der Traditionsveranstaltung im Jahr der Landesgartenschau – soll der Großflohmarkt terminlich verschoben werden oder muss er 2016 ganz ausfallen?

Den Stein ins Rollen brachte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz. Er ermunterte die Politiker, nicht nur über wünschenswerte Verbesserungen schnell noch für 2014 zu reden, sondern auch beizeiten schon die Weichen für 2016 zu stellen.

Schulz selbst bezog klar Position: „Die Landesgartenschau hat Priorität. Die Wochenenden im Sommer sollen für sie doch der Bringer sein. Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass parallel dazu dann hier im August eine Veranstaltung mit 60 000 Besuchern stattfindet, das wird nicht funktionieren. Wir müssen darüber nachdenken, ob 2016 das Stadtfest in anderer Form denkbar ist oder ob es in dem Jahr mal gestrichen werden muss.“

Bei diesen Worten fuhr dem Stadtfest-Organisator Helge Nickel hörbar der Schreck in die Glieder: „Ich bin nicht bereit, jetzt wie ein Wahnsinniger für Verbesserungen zu arbeiten, wenn 2016 kein Stadtfest sein soll.“ Aus seiner Sicht seien die Landesgartenschau und der Großflohmarkt durchaus nebeneinander möglich, da die Besucherströme sich tagsüber erfahrungsgemäß verlagerten und ohnehin genug Parkplätze dann vorhanden sein sollten.

Nickel warnte die Stadtvertreter vor Experimenten mit etablierten Veranstaltungen: „Schon der Versuch, das Stadtfest in dem Jahr zu verschieben, wird mit hoher Sicherheit zum Ende der Veranstaltung führen. Und nach einem Totalausfall wird es danach garantiert nicht wieder auf die Beine kommen.“

Beistand erhielt Nickel von Malte Tech (FWE): „Wir können zufrieden sein, dass wir das Stadtfest haben. Es darf 2016 nicht ausfallen.“

Auch Olaf Schmidt (CDU) warf sich für Nickel in die Bresche: „Wir beide haben früher, als ich noch in der Feuerwehr Verantwortung hatte, gut zusammen gearbeitet. Helge Nickel hat viel für Eutin getan. Wir müssen als Stadt alles tun, damit 2015 und 2016 das Stadtfest keinen Schaden nimmt. Dieses Signal müssen wir ihm jetzt geben.“

Gegen Schnellschüsse, aber für eine gründliche Diskussion über langfristig angelegte Verbesserungen der Veranstaltung sprach sich Monika Obieray (Grüne) aus. Hans-Georg Westphal (SPD) warb dafür, dass der Stadtfest-Organisator und die Feuerwehr, deren Nulltarif-Flohmarkt Anfang August von Nickel als „nachhaltig“ schädigend für seine Veranstaltung angesehen wird, noch einmal über ein gemeinsames Vorgehen reden sollten. „Dann kann Eutin nur gewinnen“, so Westphal.

Eine Entscheidung für 2016 wurde vom Ausschuss nicht getroffen. Ins Leere lief vorerst auch die Anregung von Bürgermeister Schulz, es mit Blick auf 2014 nicht bei lauten Wünschen für Verbesserungen im Programm zu belassen: „Wer mehr Qualität will, muss bereit sein, sich finanziell zu beteiligen. Denn wegen der steigenden Anforderungen an die Sicherheit werden die Kosten für die reine Veranstaltung weiter hoch gehen.“

Der Ausschuss-Vorsitzende Matthias Rachfahl (CDU) räumte ein, dass bei genauerer Betrachtung viele schnell gemachte Vorschläge in der Praxis nicht umsetzbar seien. Wichtig sei, dass der Kinderflohmarkt wiederbelebt werde und auch die Vereine mehr Mitmachmöglichkeiten haben sollten. Helge Nickel betonte, dass bei aller Kritik das Stadtfest mit zuletzt 60 000 Besuchern „nicht so schlecht da steht im Land“.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen