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Stadtentwicklung: Ausschuss weist Gelände für Sporthalle aus

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Wilhelm-Wisser-Schule platzt aus allen Nähten. Die Halle der Schule ist zu klein für den heutigen Bedarf und auch nicht mehr im allerbesten Zustand. Deshalb will die Stadt eine neue Sportanlage errichten. Da es auf dem Schulgelände aus städtebaulichen und wirtschaftlichen Gründen einer Studie zufolge nicht möglich ist, wird ein Standort gesucht.

Der könnte mit dem Gelände zwischen der Bahntrasse Kiel – Lübeck und Elisabethstraße in Höhe des Kleinen Sees gefunden worden sein. Am Donnerstagabend nun beschäftigte sich der Stadtentwicklungsausschuss mit dem Entwurf des Bebauungsplans Nr. 130. Ingenieur Reimund Weidlich von dem Lübecker Büro Prokom stellte den Plan vor.

Auf der 1,25 Hektar großen Fläche kann eine Drei-Felder-Halle entstehen, ist Platz für ein Büro-Geschäfts-Verwaltungsgebäude, Raum für 85 Parkplätze und sehr viel mehr Fahrradstellplätze als bisher, führte Weidlich aus. Das maximal 840 Quadratmeter große und elf Meter hohe Bürogebäude hatte er im nördlichen als Sondernutzungsgebiet ausgewiesenen Bereich angesiedelt. Die Sporthalle und Parkplätze wurden der südlich angrenzenden Fläche für Gemeinbedarf zugeordnet.

Das Sportgebäude plante Weidlich 65 Meter lang und 30 Meter breit. Die Hallenhöhe von elf Metern entnahm er der Machbarkeitsstudie (10,65  m). Südlich der Halle ist Platz für einen Wendehammer, zwischen Halle und Bürohaus für Parkplätze.

Neben der Grundstücksgröße (s. Infokasten) gibt es einige andere Bedingungen. Das Wartungsgebäude der Bahn im Süden des Geländes müsse unbedingt bestehen bleiben und auch weiterhin angefahren werden können, sagte Weidlich. Auch in die Böschung, die im Eigentum der Bahn sei, dürfe nicht eingegriffen werden, führte der Ingenieur weiter aus. Das würde er auch für den Bau des Zugangs von der Albert-Mahlstedt-Straße zum Gelände hinauf dringend empfehlen, sagte der Planer. Um die sieben Meter hohe Böschung zu überwinden, ist Weidlich zufolge ein Treppenturm die einzige Alternative.

Die Tatsache, dass der Planer nicht gleich eine behindertengerechte Version aufgezeigt hatte, stieß im Ausschuss auf Unmut. „Eltern, Lehrer und Schüler werden mir diesen Plan um die Ohren hauen“, sagte Christiane Balzer (Bündnis 90/Die Grünen). Erst später wurde deutlich, dass ein solcher Treppenturm Platz für einen Aufzug bietet. Bauamtsleiter Bernd Rubelt erinnerte die Mitglieder an ihre Pflicht: „Sie definieren nicht die städtische Bauaufgabe, sondern schaffen heute das dringlich benötigte Planungsrecht.“

Sascha Clasen von der CDU vermisste den in einer vorangegangenen Sitzung vorgeschlagenen Kreisel. Die Idee hätte zu dieser Dezembersitzung geprüft werden sollen. Gabriele Appel von der SPD-Fraktion schloss sich ihm an. Warum das nicht berücksichtigt worden sei?, wollte jemand wissen. Weidlich: „Davon höre ich heute zum ersten Mal.“

Die Tatsache, das ob zu Fuß oder mit dem Fahrzeug die Zuwegung nur über viel befahrene Straßen erfolgen kann, hielt Appel und Heinz Lange (FWE) am Ende dann von der Zustimmung ab.

Der ideenreiche Planungsentwurf mit einem bisher nicht angedachten Bürogebäude hatte etliche Mitglieder irritiert, was Ausschussvorsitzender Heiko Godow (CDU) als erster formulierte: „Diese Form der Angebotsplanung finde ich etwas verwundersam.“ Clasen beantragte, den B-Plan-Entwurf um das Bürohaus zu bereinigen und die gesamte Fläche für Gemeinbedarf auszuweisen. Der Entwurf wurde mit genau diesem Arbeitsauftrag beschlossen. Er könnte noch diesen Monat ausgelegt werden.

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erstellt am 05.Dez.2015 | 00:34 Uhr

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