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Stadt sucht Wohnraum für weitere Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neue Quote: Knapp 100 Menschen sollen noch in die Kreisstadt kommen

Kasernen, Baracken, Turnhallen. Was als schnelle Unterbringung für Flüchtlinge dienen kann, wird genutzt. Muss genutzt werden, denn bei immer steigenden Flüchtlingszahlen für die einzelnen Kommunen, wird der Wohnraum vor Ort immer knapper. 2000 Flüchtlinge lautet die aktuellste Quote für den Kreis Ostholstein von Anfang September. Eutin muss demnach in diesem Jahr 174 Flüchtlinge aufnehmen, Süsel 51. „76 haben wir schon in Eutin, 98 sind bis Jahresende voraussichtlich noch offen“, sagt Julia Lunau, Leiterin des zuständigen Fachdienstes der Stadt. Doch es wird eher mit mehr gerechnet – die anstehenden Familienzusammenführungen nicht mitgezählt.

Aktuell wohnen 129 Asylbewerber in städtischen oder von der Stadt angemieteten Wohnungen. Für mindestens weitere 100 Menschen muss Wohnraum gefunden werden. „Noch haben wir einen gewissen Handlungsspielraum, aber auch der ist irgendwann zu Ende“, sagt
Julia Lunau. Ihre Bitte an alle Vermieter: „Jeder, der Wohnraum zu vermieten hat, soll sich bei uns melden.“ Die Stadt ist an langfristigen Mietverhältnissen interessiert. „Wir reden hier von mindestens drei bis fünf Jahren“, sagt Julia Lunau, da knapper Wohnraum bei immer mehr Menschen ein Dauerthema bleiben werde. Einige wenige Asylbewerber haben eigene Mietverträge abgeschlossen, doch die Hemmnisse seien auf deutscher Seite oftmals noch zu groß. Flüchtlingskoordinatorin Sophia Schutte: „Ich verstehe die Menschen, die aufgrund von Sprachbarrieren zögerlich sind oder sich nicht trauen, weil sie vielleicht noch nie zuvor Kontakt zu den verschiedenen Kulturen hatten. Aber ich kann jeden nur ermutigen, es zu probieren. Reden geht auch mit Händen und Füßen.“ Eine häufige Sorge, auf den Mietkosten sitzen zu bleiben, könne entkräftet werden: Für die Miete kommt bei anerkannten Asylbewerbern das Jobcenter auf. Hausordnungen oder Mülltrennregeln bekommen die Menschen in neun verschiedenen Sprachen an die Hand.

Wie löst die Stadt das Platzproblem bisher?

In den bestehenden Unterkünften müssen die Flüchtlinge enger zusammenrücken. „Es läuft teilweise auf Vierbettzimmer hinaus“, sagt Lunau. Auch die Verteilung der verschiedenen Nationalitäten funktioniere sehr gut. Über die Anmietung des Katasteramtes und Containerlösungen am Lindenbruchredder werde aktiv nachgedacht. „Wir haben da aber noch keine Entscheidung von der Politik“, sagt Stadtsprecherin Kerstin Stein-Schmidt. Diese wird spätestens bei der Personalplanung auch über weitere Stellen für Flüchtlingsaufgaben nachdenken müssen. Noch schafft die Verwaltung die Aufgaben mit Bordmitteln, jedoch nicht ohne Verluste. Die restlichen Arbeiten müssen hinten anstehen. Außerdem geht der Flüchtlingsbeauftragte Christian Grantz im Februar in den Ruhestand, doch bei den Zahlen der Menschen, die in Eutin und umliegenden Gemeinden ein neues Zuhause finden wollen, braucht es eher mehr hauptamtliche Kräfte, als weniger, die das Ehrenamt anleiten (siehe Text nebenan).



Vermieter können sich bei Julia Lunau unter 04521/793201 melden.

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erstellt am 08.Sep.2015 | 11:56 Uhr

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