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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 06:17 Uhr

Stadt Plön bleibt verlässlicher Partner

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der SPD-Ortsverein Plön-Bösdorf hatte bereits vor fast genau einem Jahr den Ausstieg der Stadt Plön aus dem Projekt „Seewiesen“ beschlossen. Die Grünen zogen im
Juli im Fachausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt nach. Von dort wurde der Ausstieg aus dem Planungsverband mit Rathjensdorf noch vor der Sommerpause mehrheitlich empfohlen und jetzt am Mittwochabend von der Ratsversammlung wieder einkassiert.

Im April 2013 wurde mit dem neuen Investor, Dr. Carsten Rahlf, eine stark veränderte Planungskonzeption mit einem Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Nr. 2 auf den Weg gebracht. „Dieser Plan wurde nicht veröffentlicht, weil er keine Chance auf Genehmigung hat“, vermutete Bernd Möller (SPD) und kritisiert einen zehn Jahre andauernden Stillstand, in dem auch die CDU nichts bewegt habe. Die Stadt Plön habe nach der Potentialanalyse selbst genügend Flächen zur Verfügung. Schließlich sei auch der demografische Wandel längst in Plön angekommen, sah Möller keinen Bedarf für neue Grundstücke und fürchtete eher unansehnliche Leerstände. Und das Mehr an Schlüsselzuweisungen durch mehr Einwohner erforderte auch mehr Kosten der Stadt für den Unterhalt der Seewiesen.

Sabine Kauf (Grüne) würde mehr die innerstädtische Beschaffung von Wohnraum fördern. Sie sei gegen eine Zersiedelung der Landschaft. Und genau das werde mit den „Seewiesen“ erreicht. Bürgermeister Jens Paustian erinnerte an die Ziele der Stadt: die Weiterentwicklung der interkommunalen Zusammenarbeit. Mit mehr Einwohnern könnten auch die Plöner Einrichtungen erhalten werden. So solle das Gebiet in mehreren Abschnitten entwickelt werden.

„Die Politik soll für die Bürger gestalten“, erinnerte Jan Zender (CDU) und stellte fest: „Es geht hier um die Zukunft Plöns.“ Die Stadt brauche dringend Wachstum. Mit einer Ablehnung des Projektes würde nur das Wachstum in den Nachbarstädten angekurbelt, denn dort gebe es ausreichend Bauflächen – auch und gerade für junge Familien. Und das fehle Plön mit seiner „perfekten Infrastruktur“. Ein skeptischer Thorsten Pfau (SPD) hätte sich von Bürgermeister Jens Paustian gern die Genehmigungsfähigkeit der neuen Pläne erläutern lassen. Er sieht einen Wunschtraum und fürchtet, die Landesplanung bleibe bei ihrer ablehnenden Auffassung.

Plöns Bürgervorsteher Dirk Krüger erklärte, dass mit dem Projekt die Einwohnerzahlen sowohl von Plön als auch von Rathjensdorf erhöht würden. Das sei dringend notwendig, denn Plön habe eine Infrastruktur für bis zu 15  000 Einwohner, habe aber aktuell gerade mal 8500 Einwohner. Gegen die kritischen Stellungnahmen der Behörden werde sich die Stadt zur Wehr setzen übte Krüger auch Kritik am Kreis Plön als „ewigen Bremser“. Die „Seewiesen“ seien die ideale Ergänzung zu den Grundstücken in der Stadt, warnte Krüger vor eine Brüskierung der Partnergemeinde Rathjensdorf.

Frank Evers gestand vor der Ratsversammlung, dass die FWG-Plön-Fraktion gespalten sei. Er selbst will das Projekt weiterführen, denn: „Plön braucht bezahlbare Grundstücke für junge Familien.“ Außerdem müsse die Stadt Plön ein sehr verlässlicher Partner für die Umlandgemeinden sein. „Plön lebt auf den Niveau einer größeren Stadt, hat aber nur 8500 Einwohner“, rechnete Stefan Plischka (CDU) vor. Die derzeitige Infrastruktur benötige aktuell einen jährlichen Zuschuss von einer halben Million Euro. Ohne die Seewiesen müsste die Fortführung der Infrastruktur der Stadt Plön allerdings auf den Prüfstand gestellt werden.

 

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erstellt am 24.Sep.2015 | 14:16 Uhr

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