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Ostholsteiner Anzeiger

14. Dezember 2017 | 09:25 Uhr

„Stadt ignoriert Bürgerentscheid“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bürgerinitiative beklagt Zustände rund um das Haus des Gastes

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2016 | 06:13 Uhr

Die Bürgerinitiative (BI), die sich eigens zum Erhalt des Haus des Gastes gegründet hatte, wirft der Stadt einen undemokratischen Umgang mit dem aus ihrer Sicht gewonnenen Bürgerentscheid vor. „Die Schlossterrassen werden aufgehübscht und schön angestrichen, was mich auch wirklich freut. Aber beim Haus des Gastes passiert nichts. Im Gegenteil: Da stehen die Toilettenhäuschen vorm Haupteingang“, sagt Eckhard Ahrens von der BI. Dass der Brunnen vor dem Haus des Gastes, der von Mitgliedern der BI als zugehöriger Teil des Ensembles abgerissen wurde, brachte aus Sicht der BI das Fass zum Überlaufen, so Ahrens.

Bauamtsleiter und LGS-Geschäftsführer erklärt: „Die Schlossterrassen nutzen wir während der LGS. Wir haben aber von Anfang an erklärt, dass wir das Haus des Gastes nicht ins Konzept einbinden können und werden.“ Auch am HdG werde noch etwa geschehen, die Front mit ansehnlicher Gaze verkleidet und ebenso die WC-Anlagen.

Einen weiteren Vorwurf der BI, die Stadt werbe Fördermittel bei der Aktiv-Region in Höhe von 286  000 Euro für die LGS ein, keinen Cent aber für den Erhalt des Haus des Gastes, entgegnet Rubelt wie folgt: „Wir haben uns immer um Projekte bemüht und eine Vielzahl wird auch gefördert. Aber der Fördergeber will ein förderfähiges Programm und das, was bisher im Zusammenhang mit dem Haus des Gastes präsentiert wurde, reicht dafür einfach nicht aus.“ Die Aktiv-Region fördere nur langfristig angelegte Projekte, keine reinen Baumaßnahmen im eigentlichen Sinne. Politik habe auch einmal klare Vorstellungen gehabt, was sie mit dem HdG machen wolle, dem entgegen steht das Ergebnis des Bürgerentscheids, so Rubelt.

Als instinktlos bezeichnet Ahrens das Einstellen von rund 100  000 Euro in den Maßnahmenplan für den „Abriss des Haus des Gastes“. Bauamtsleiter Bernd Rubelt entgegnet: „Es ist wichtig, Maßnahmen so zu planen, dass deren Finanzierung sichergestellt ist.“ Förderfähige Maßnahmen müssen frühzeitig beim Innenministerium gemeldet werden. „Ob sie dann kommen oder nicht, das steht auf einem ganz anderen Blatt“, so Rubelt.

Um die Bedeutung und den historischen Wert des Haus des Gastes sichtbar zu machen, erarbeitete die BI maßgeblich mit der Bürgerstiftung eine Broschüre zum Haus des Gastes, die derzeit in Druck ist, so Ahrens.

Laut Michael Paarmann, Leiter der Denkmalpflege in Kiel, habe sich an der Diskussion Denkmal oder nicht aber nichts geändert: „Es ist nicht abzustreiten, dass das Gebäude Werte hat und architekturgeschichtlich damals ein Beispiel seiner Zeit war. Es wurde aber seit seiner Entstehung in wesentlichen Teilen sehr verändert. Aber wäre es ein Kulturdenkmal von besonderem Wert, hätten wir es schon vor langer Zeit als solches deklariert.“

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