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Bauvorhaben in Eutin : Stadt gibt Bauplanung für Riemannstraße auf

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Das Bauamt kann sich mit seinem Vorschlag nicht durchsetzen. Die Stadtvertretung lehnt weitere Planungen für die ehemalige Hofstelle Wiese ab. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus. Nun muss der Kreis die Zulässigkeit möglicher Bauvorhaben bewerten.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2013 | 04:00 Uhr

Zwei Jahre haben die Eutiner Stadtvertreter intensiv, aber ergebnislos diskutiert, welche bauliche Entwicklung auf der ehemaligen Hofstelle Wiese an der Riemannstraße möglich sein soll. Jetzt trafen die Mitglieder im Ausschuss für Stadtentwicklung eine Entscheidung: Die Stadt verzichtet endgültig auf Vorgaben für Neubauten in dem sensiblen Bereich in Seenähe.

Der Beschluss fiel nach fast zweistündiger Debatte. Und er fiel denkbar knapp: Für die Wiederaufnahme des bereits im August überraschend gestoppten Verfahrens, das als B-Plan Nr. 118 genaue Gestaltungsvorgaben bringen sollte, votierten fünf Ausschussmitglieder von CDU, FDP und FWE. Dagegen stimmten aber auch fünf Politiker von SPD und Grünen. Bei Stimmengleichheit – ein CDU-Vertreter fehlte im Ausschuss – galt der Beschlussvorschlag der Verwaltung, die eine Fortführung der Bauleitplanung befürwortet hatte, als abgelehnt.

Damit überlässt Eutin es dem Kreis, Bauanträge nach Maß und Art der Bauten in der Umgebung zu beurteilen. Dies ist so in Paragraf 34 des Baugesetzbuches geregelt – und auf dessen Vorzüge in diesem Fall pochte ein Anwohner in der Einwohnerfragestunde: „Wir werden uns mit aller Macht gegen einen B-Plan wehren.“ Durch ein Rechtsgutachten stehe für sie fest, dass die Baumöglichkeiten in dem Bereich sehr begrenzt seien und nie die Ausmaße annehmen würden, die in mehreren Anläufen für die städtische Bauleitplanung skizziert worden seien.

Eike Diller (Grüne) betonte, dass jede weitere Bebauung in Richtung See in dem Bereich der Riemannstraße unterbunden werden müsse. Auch die eigentümlich verunsichert auftretende Gabriele Appel (SPD) plädierte schließlich dafür, es einfach auf die Genehmigungsbehörde ankommen zu lassen.

Aufgrund zu massiver Pläne des neuen Eigentümers sei nicht mit einer Baugenehmigung zu rechnen, orakelte Malte Tech (FWE). Da aber der Fall vor Gericht landen könnte, sei der Ausgang doch ungewiss – und ein B-Plan vielleicht doch die bessere Lösung. Das unterstrich Heiko Godow (CDU): „Wenn wir es in die Hand nehmen wollen, was da gebaut werden darf, dann müssen wir den B-Plan machen.“ Dazu kommt es nun nicht mehr. Da der Investor eine neue Bauvoranfrage gestellt hat, haben jetzt die Behörden das Sagen.

 

 

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