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Ostholsteiner Anzeiger

16. Dezember 2017 | 16:25 Uhr

Eutin : Stadt braucht mutige Entscheider

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Gemeinsame Sitzung, aber getrennte Entscheidung: Am Dienstag versuchen Bau- und Stadtentwicklungsausschuss einen Konsens zu finden

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2016 | 00:26 Uhr

Soll Eutin künftig wirklich ohne Wasserspiele auf dem Markt auskommen? Wie können Ortsunkundige in die kleinen Gässchen und Twieten gelockt werden? Und sollen einmal angewurzelte Bäume vor dem Brauhaus wirklich ausgebaggert werden, um zwei Meter weiter vorn neue zu pflanzen?

Dies sind nur drei Fragen, für die in der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses am Dienstag, 21. Juni, ab 18 Uhr ein Konsens gesucht wird. Der Termin ist der Versuch, die andauernden Unstimmigkeiten über Entscheidungen und das Kompetenzgerangel zwischen den beiden Ausschüssen beizulegen. Doch gemeinsam entschieden wird auch am Dienstag nicht. Lediglich die Beratung und Fragestellungen an den Planer Phillipp Haggeney, der nach längerer Pause wieder zum Ausschuss geladen wurde, finden gemeinsam statt. „Die Beschlüsse zu den jeweiligen Entscheidungen trifft der dafür zuständige Ausschuss, das ist in unserer Gemeindeordnung klar geregelt“, sagt Büroleiter Andreas Lietzke auf Nachfrage.

Mit Blick auf die Sitzungsvorlage heißt das im Klartext, dass der Stadtentwicklungsausschuss lediglich über die Bäume vor dem Brauhaus abstimmt und die Mitglieder des Bauausschusses die entscheidenden Beschlüsse – die bisher oft langwierig und strittig diskutiert wurden – wieder alleine trifft. So muss der Bauausschuss über ein verändertes Höhenniveau des Marktes, eine mögliche Sanierung des Ehrenmals, das an seinem Standort verbleiben soll – so viel Konsens ist erreicht – sowie die Einbindung der Gassen und Twieten entscheiden. Auch die Gestaltung der Oberflächen in der Peterstraße und Königstraße sowie auf dem Markt steht zur Diskussion.

Den Händlern wird mulmig, wenn sie an ein nächstes Jahr voller Bauarbeiten vor ihrer Tür denken. „Aber gemacht werden muss es ja“, heißt es von einigen achselzuckend. Spannend wird unter diesem Aspekt der Hinweis der Verwaltung, dass bei ausreichender Betonqualität die Bauzeit deutlich kürzer ausfallen könnte, weil dann das Natursteinpflaster auf die schon vorhandene, im Mittel etwa 15 Zentimeter dicke Betonschicht gelegt werden könnte. Einziger Nachteil: Die städtischen Betriebe, die eigentlich beim Komplett-Ausbau die alten Leitungen und Kanalrohre zur Entwässerung erneuern wollten, müssten dann in drei bis zehn Jahren erneut die Straßen „anfassen“.

Um über die Qualität des Betons urteilen zu können, wurden Bohrungen für eine sogenannte Baugrunduntersuchung auf dem Markt
sowie in der Peter- und Königstraße gemacht. Die Ergebnisse sollen am Dienstag verkündet werden.

Und falls es wieder nur Diskussionen, Befindlichkeiten und keine Entscheidungen gibt? Heiko Godow, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, hätte da eine Idee: „Wir müssen uns von keiner Seite Druck machen lassen, sondern sollten alles ordentlich von Anfang bis Ende planen können und könnten auch die Sanierung um ein Jahr schieben.“ Von zu vielen Seiten werde an ihn die Unzufriedenheit über den bisherigen Verlauf der Stadtsanierung an ihn herangetragen. Das Schlimmste, das der Stadt beim „Verschieben“ passieren könne, sei die Zahlung von Bereitstellungszinsen ans Land, weil die Fördergelder nicht abgerufen wurden. Aber dazu fehle wohl der Mut.

Christiane Balzer (Grüne) sieht dem gemeinsamen Ausschuss zuversichtlich entgegen: „Ich hoffe, dass etwas von der positiven Grundstimmung in der Stadt auf einige politische Vertreter überschwappt und sie versuchen, das Große und Ganze am Konzept zu sehen und nicht jede Kleinigkeit so umformen wollen, dass es mit dem Gesamtentwurf eigentlich nichts mehr zu tun hat.“ Es müsse an die Zukunft Eutins gedacht werden – gerade von der älteren Generation, die mehrheitlich politische Entscheidungen treffe.

Wird am Dienstag kein Konsens gefunden, bleibt abzuwarten, ob der neue Bürgermeister das für Eutin so wichtige Thema zur Chefsache macht.

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