Eutin : "Staat ist beim Kampf gegen Rechtsextremismus gefordert"

Beeindruckt und betroffen reagierte die Ortsgruppe Eutin-Plön von Amnesty International auf den Vortrag des Journalisten Andreas Speit zum Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein.

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15. Mai 2012, 12:18 Uhr

Eutin | "Der Staat ist gefordert, Menschenrechtsverletzungen zu verhindern und zu ahnden", stellte Miranda Krützfeldt, Sprecherin der AI-Gruppe, fest. Außerdem sei eine starke Zivilgesellschaft mit Menschen notwendig, die nicht weg-, sondern hinsehen. Seit der deutschen Vereinigung seien nach offiziellen Angaben 58 Menschen durch rassistische Gewalt getötet worden, nach Angaben von Opferverbänden sogar 182. "Rassismus gehört leider zur Lebenswirklichkeit in unserer Gesellschaft", bedauert Miranda Krützfeldt. Aktuelle Statistiken deuteten zudem auf eine stete Zunahme von rassistisch motivierten Gewalttaten hin.

Es sei Aufgabe des Staates, Menschenrechtsbildung zu fördern und besonders junge Menschen stark zu machen gegen rassistisches und rechtsextremes Gedankengut. "Das kann nicht nur durch Pilotprojekte geschehen - es muss alltäglicher Bestandteil der Erziehungs- und Bildungsarbeit sein", ergänzt Krützfeldt.

Gefährlich seien nicht nur die Rechtsextremen selbst, sondern auch jene, die Vorurteile schürten, die ein Klima der Verachtung erzeugten. "Überall dort, wo an den Grundfesten der Menschlichkeit gerüttelt wird, ist Toleranz fehl am Platz", unterstrich die AI-Sprecherin.

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