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Ostholsteiner Anzeiger

23. November 2017 | 12:06 Uhr

Spurensuche auf dem Dachboden

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Antje Stöve begab sich beim Museumstag im Schönwalder Dorf- und Schulmuseum auf eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2017 | 20:43 Uhr

Einen Blick in Bereiche des Dorf- und Schulmuseums in Schönwalde, die für Besucher sonst nicht zugänglich sind, gewährte der Förderverein beim 40. Internationalen Museumstag. Antje Stöve aus Oldenburg begab sich bei einem Besuch in dem Museum auf eine ganz besondere Zeitreise. Die Tochter des Museumsgründers Hermann Michaelsen hatte bis zum Neubau des Lehrerhauses in den 1950er Jahren mit Mutter Elfriede und den beiden Geschwistern Ilse und Hans-Joachim in der alten Dorfschule gewohnt, deren Rektor Vater Hermann bis zu seiner Pensionierung war.

Nach vielen Jahrzehnten stand sie nun im Dachgeschoss der Schule und erinnerte sich an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, in der auch in der Schule jedes freie Zimmer und der nicht ausgebaute Teil unterm Dach von Flüchtlingen bewohnt war. Dort, wo 70 Jahre zuvor Wolldecken die „Zimmer“ abteilten, nahm die 78-Jährige an einer der Führungen durch das Magazin des Museums entlang der unendlichen Regalreihen teil – mit dabei das befreundete Ehepaar Katharina und Einhart Schirren aus Wiesbaden. Einhart Schirren war selbst Lehrer in Schönwalde und konnte sich gut an die Schulwandbilder erinnern, die in Schönwalde den Grundstock für die heute in Schleswig-Holstein wohl umfangreichste Sammlung dieser Unterrichtsmedien aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert bildeten.

Wandbilder sowie Karten und Lehrfilme aus den 1930er und 1940er Jahren sollen nach Plänen des Fördervereins als Grundlage für einen außerschulischen Lernort genutzt werden. Derzeit entwickelt man dazu am Bungsberg ein Konzept.

Spaß hatten die Besucher bereits bei den Führungen über den Dachboden am Internationalen Museumstag. Jeder erhielt eine Karte mit einem Foto eines Gegenstandes, der irgendwo in den Regalen lag. Um Hinweise zur Größe beraubt oder nur mit einem Detailfoto in der Hand gestaltete sich die Suche schwerer als erwartet und förderte manch andere Entdeckung ans Licht – fast immer verbunden mit der Frage: „Was ist das?“ oder „Wozu hat man das benutzt?“. Viele Exponate lösten ob des Erfindungsreichtums vorhergehender Generationen Staunen aus. Andere Gegenstände wie ein Öffner für Weckgläser haben sich über Jahrzehnte bis in die Gegenwart behauptet.

Nach dem Gang über den dunklen Boden nutzten viele Besucher das Angebot eines reichhaltigen Kuchen- und Tortenbuffets des Gemeindebeirates „Schönwalde aktiv“ und genossen Kaffee und Kuchen in der Sonne auf dem Rasen vor der alten Schule am Dorfteich. Rechtzeitig zum Museumstag hatte die Gemeinde den hölzernen weiß strahlenden Lattenzaun stilecht erneuert.

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