Gemeinde Süsel : Sprüttenhuus für Röbel: Wieder mehr Fragen als Antworten

Was für ein Feuerwehrhaus soll in Röbel bekommen? Die Frage bleibt weiter ohne Antwort. .
Was für ein Feuerwehrhaus soll in Röbel bekommen? Die Frage bleibt weiter ohne Antwort. .

Bei der Planung für ein neues Feuerwehrhaus in Röbel, das die Feuerwehrunfallkasse fordert, ist der Finanzausschuss keinen Schritt weiter gekommen.

shz.de von
12. Mai 2015, 15:07 Uhr

Es ist selten, dass Röbels Wehrführer Rolf Müller „aus der Haut“ fährt. Montagabend war einer dieser seltenen Augenblicke, als im Süseler Rathaus der Finanzausschuss über ein neues Feuerwehrhaus für Röbel diskutierte: „Das wird hier alles mit Füßen getreten“ schimpfte Müller und meinte dabei die Motivation der ehrenamtlichen Einsatzkräfte.

Bei Müller und auch Gemeindewehrführer Kai Nagel trieb die Diskussion über Sparmöglichkeiten beim Bau eines neuen Feuerwehrhaus in Röbel den Puls in die Höhe, vor allem die mehrfach getroffene Feststellung, dass sich die Gemeinde aus Kostengründen nur ein Feuerwehrhaus mit zwei und nicht drei Stellplätzen werde leisten können. Kai Nagel warnte: Wenn das neue Haus nur zwei Stellplätze habe, dann provoziere die Gemeinde den Abzug eines vom Katastrophenschutz gestellten und finanzierten Einsatzfahrzeuges. Dem widersprach Kaus Berger (SPD): Beide Einsatzfahrzeuge, das kommunale und das vom Katastrophenschutz, kämen ins neue Haus. Für den Kleinbus und einen Anhänger müsse ein Carport gebaut werden – wenn das billiger sei als ein dritter Stellplatz.

Sehr viel weiter kam die gut einstündige Diskussion inhaltlich allerdings nicht, weil plötzlich mehr Fragen als Antworten auf dem Tisch
lagen. Eigentlich sollte der Ausschuss eine aus drei Planungsvarianten wählen. Doch die Beratungen begannen mit der überraschende Nachricht der Verwaltung, dass der Kreis die Streuobstwiese am Dorfrand, die an das Röbeler Sprüttenhuus angrenzt, verkaufen möchte und die Wiese keine Ausgleichsfläche, mithin also möglicherweise bebaubar sei. Bislang lagen dem Ausschuss nur Konzepte für einen Neubau auf dem Bolzplatz (Kostenschätzung 700  000 Euro) und einem Neubau am vorhandenen Standort vor, bei dem der Gemeinschafts- und Schulungsraum samt Toiletten erhalten bliebe (590  000 Euro). Beide Summen liegen über den im Haushalt bereit gestellten Posten (510  000 Euro).

Die Gemeinde stoße bei diesem von der Feuerwehrunfallkasse geforderten Investitionen an ihre Grenzen, klagte Berger: „Schulgeld, Kindergarten, Feuerwehr – Kasse leer. Unsere freiwilligen Leistungen haben wir runtergeknüppelt bis zum Geht-nicht-mehr.“

Am Ende der Diskussion gab es immerhin einstimmige Beschlüsse: Erstens soll die Verwaltung ermitteln, was der Kreis für die Streuobstwiese haben will und ob sich Vorteile durch eine Bebauung am Ortsrand ergäben. Zweitens sollen alle Modelle darauf hin geprüft werden, ob ein dritter Stellplatz teurer ist als zusäzliches Carport. Einig war man sich auch, dass in einer Dorfschaftsversammlung im Juni die Stimmung der Röbeler ermittelt werden soll. Adrianus Boonekamp (CDU) machte dabei deutlich, dass Wünsche der Dorfschaft aber auch bezahlbar sein müssten.

Diskutiert werden muss auch noch ein Hinweis von Bürgermeister Holger Reinholdt (FWS): Wenn das Sprüttenhuus abgerissen werden soll, müsste die Feuerwehr bis zur Fertigstellung anderswo untergebracht werden, und das werde vermutlich Geld kosten. Unterm Strich könnte ein Neubau doch billiger werden, wenn die Gemeinde das Sprüttenhuus verkaufe.

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