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Projekt des Landessportverbandes : Sportvereine kommen in die Schule

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Der Landessportverband will Kinder für den Sport begeistern. In Ostholstein gibt es bereits 14 geförderte Maßnahmen

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 14:27 Uhr

Die Zahlen sind alarmierend. Ein Drittel der Erstklässler in Schleswig-Holstein ist übergewichtig. Die Hälfte von ihnen leidet gar an Adipositas oder Altersdiabetes. Die Hauptursache: zu wenig Sport. Während Kinder früher ihre Nachmittage auf dem Bolz- oder Spielplatz verbrachten, sieht man sie heute immer öfter vor der heimischen Konsole. Zum Leidwesen der Motorik, die durch eine schlechte Ernährung noch zusätzlich belastet wird. Grund genug für den Landessportverband (LSV), um diesem Trend mit seinem Projekt „Schule und Verein“ entgegen zu wirken. Die Idee dahinter ist denkbar simpel: Vereine kommen mit ihren Trainern in die Schulen und bieten hier Kurse in ganz unterschiedlichen Sportarten an.

Einer der Nutznießer des Projektes ist die Grundschule Ravensbusch in Stockelsdorf, deren Zusammenarbeit mit dem ATSV Stockelsdorf seit nunmehr zwei Jahren vom LSV gefördert wird. Einmal in der Woche kommt Handball-Trainerin Birgit Mierendorff seitdem in die Schule, um die Kinder der ersten und zweiten Klasse für den Sport zu begeistern. „Wichtig ist hierbei vor allem, dass die Kinder die Bewegung und den Sport kennenlernen.“ Einige von ihnen kennt sie bereits aus dem Sportverein, wo die Sieben- bis Neunjährigen sonst Fußball spielen. Schulleiterin Heidi Gunkel ist froh über die Kooperation mit dem ATSV: „Das, was die Kinder heutzutage an Bewegung brauchen, können wir am Vormittag leider nicht abdecken.“ Während früher noch drei Sportstunden in der Woche gegeben wurden, sind heute nur noch zwei vorgesehen. Das LSV-Projekt kommt daher genau richtig. In den Sparten Handball und Tischtennis bringt die Grundschule auf diesem Wege mehr als 50 Kinder in Bewegung – immerhin ein Viertel aller Schüler.

„Das Projekt wird mittlerweile auch von den kleinen Vereinen genutzt. Insgesamt haben wir in Ostholstein derzeit 14 geförderte Maßnahmen. Es findet aber auch viel Zusammenarbeit zwischen den Vereinen und Schulen statt, von der wir überhaupt noch nichts wissen“, so LSV-Geschäftsführer Thomas Niggemann. Neben der motorischen Entwicklung werde durch das Projekt auch das Sozialverhalten der Kinder untereinander gefördert.

In ganz Schleswig-Holstein betreut der LSV mittlerweile 316 solcher Sport- und Bewegungsangebote. Eine durchaus kostspielige Sache. „Im Haushalt haben wir für das Projekt 144 000 Euro eingestellt.“ 100 000 Euro werden von der Sparkasse Holstein und der Barmer GEK finanziert, der Rest kommt vom Bildungsministerium des Landes. „Leider sind am Ende des Geldes immer noch Wünsche übrig. Hätten wir mehr Geld, dann könnten wir auch mehr Kooperationen fördern“, so Niggemann.

 

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