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Viele Jubiläen : Sportliches steht 2014 im Mittelpunkt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die 43-jährige Lübecker Diplom-Designerin Julia Jankowsky hat das neue Jahr spitzfindig in einem Kalendarium illustriert / Viele Jubiläen

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erstellt am 02.Jan.2014 | 05:00 Uhr

Sportliche Ereignisse dominieren das bevorstehende Jahr 2014: die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi mit den vielen Absagen der Politiker oder die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien mit den großen Ambitionen der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Daneben hat die 43-jährige Lübecker Diplom-Designerin Julia Jankowsky in ihrem neuen Kalendarium spitzfindig viele Besonderheiten des neuen Jahres mit feinen Buntstiftzeichnungen herausgearbeitet.

Die Zahl 40 bringt Julia Jankowsky auch mit ihrem Kalendarium in Verbindung. Es erscheint 2014 im 40. Jahrgang in tausendfacher Auflage. Angefangen als origineller Weihnachtsgruß ihrer früh verstorbenen Mutter Birgid im Balkendiagramm für Bauherren und Architekten erscheint das Kalendarium heute mit mindestens 365 Rechtecken, die
– jedes für sich, mal mehr und mal weniger – künstlerisch ausgefüllt sind. Tochter Julia übernahm die künstlerische Gestaltung des Kalenders einst von Vater Günter, der 2008 verstarb.

Seit elf Jahren führt sie als zeichnende Hand das Werk ihrer Eltern weiter. In ihrem kleinen Atelier mit dem Namen „Julender“ in der Lübecker Glockengießerstraße 26 in der Nachbarschaft zum Günter-Grass-Haus ist sie seit sechs Jahren kreativ. Was ist geblieben von den Anfängen? „Das Jahr hat immer noch 365 Tage“, schmunzelt Julia Jankowsky. Aber es sei auch weiterhin Platz für Notizen in dem Gitterwerk, dessen Motive über die Jahrzehnte bunter und vielfältiger geworden sind.

Der „Julender“-Kalender erscheint in diesem Jahr in einem neuen Format. Der große Kalender misst 80 mal 60 Zentimeter, der kleine 42 mal 59,4 Zentimeter (DIN A 2). Das sind nur geringfügige Änderungen, erleichtert aber das Finden eines passenden Bilderrahmens, den einige Kunden verwenden möchten. Erstmals in der 40-jährigen Kalender-Geschichte bediente sich Julia Jankowsky auch ein wenig der modernen Computertechnik. „Das Raster und die Wochentage habe ich an meinem Computer erstellt“, sagt sie – alles andere aber sei wie gehabt mit feinen Buntstiften gezeichnet worden. Sie hat diesmal nach ihrer eigenen Einschätzung einen mit „leicht grünem Anstrich“ versehenen Umweltkalender gezeichnet.

Der Kalender weist oft auch auf Termine hin, die in Vergessenheit geraten: „Welches Schweinchen hätten’s denn gern?“, fragte zum Beispiel Robert Lembke, der am 14. Januar vor 25 Jahren starb. Mit einem Filter und einem Korken versehene, rauchende Schornsteine weisen im Januar auf den 40. „Geburtstag“ des deutschen Immissionsschutzgesetzes hin. Ein kleiner Schneeball mit Schnurrbart erinnert am 23. Januar an den 25. Todestag von Salvador Dali, eine Statue mit Lilie statt Schwert in der Hand an den 1200. Todestag von Karl dem Großen.

Am 4. Februar gibt es seit zehn Jahren Facebook. „Ich habe dafür nicht viel übrig“, gesteht Julia Jankowsky. Wer sie über Facebook kontaktet, der sollte viel Geduld mitbringen. Skiläufer, die durch die Olympischen Ringe fahren, eröffnen die Winterspiele. Irgendwie klar, dass ein eher unsportlicher Schneemann bei den Olympischen Winterspielen ganz oben auf dem Siegertreppchen steht.

Buntes Konfetti eröffnet den Rosenmontag Anfang März bevor eine Frau mit schwingender, rosaroter Fahne den Weltfrauentag zelebriert. Im Regenbogen sieht Julia Jankowsky eine Erinnerung an die Streichung des Artikels 175 aus dem Strafgesetzbuch zur Gleichberechtigung Homosexueller, die sich zum 20. mal jährt. Des Winters so langsam überdrüssig vertreibt die 43-jährige „Kalenderin“ mit Föhn und Bügeleisen den Winter. „Der mit einem Giftfass jonglierende Seehund steht für das vor 40 Jahren getroffene Helsinki-Abkommen zur Rettung der Ostsee“, erläutert Julia Jankowsky. Der Eiffelturm wird in diesem Jahr am 31. März 125 Jahre alt.

Übergroße Buchstaben „ABBA“ erklimmen Anfang April den Berg bei Waterloo. Vor 40 Jahren gewann die schwedische Gruppe den Grand Prix. Der gezeichnete Leuchtturm im ostholsteinischen Dahmeshöved war für fliehende DDR-Bürger ein wichtiger Orientierungspunkt und wurde von ihnen „Licht der Freiheit“ genannt. Melone und Stock am 16. April stehen für den 125. Geburtstag von Charly Chaplin. Vor 30 Jahren wurde am 23. April der AIDS-Virus entdeckt. Der Stier aus dem Sternzeichen läuft auf dem Band, auf dem einst Rudi Carrell seine Show „Am laufenden Band“ zeigte – die erste Sendung am 26. April vor 40 Jahren.

Die Verkehrssünderdatei in Flensburg eröffnet zu ihrem 40. Jubiläum den Wonnemonat Mai. Die Internationalen Hansetage beginnen am 22. Mai in Lübeck und werden am 25. Mai im Kalender mit einem mit rotem Teppich geschmückten Holstentor beendet.

Pfingsten startet sie im Juni zu einer Fahrt ins Blaue mit einem alten VW-Bus. Mit einer Kerze und einem Judenstern drauf erinnert die Diplom-Designerin am 12. Juni an den 85. Geburtstag von Anne Frank. Kurz danach serviert die 43-Jährige mit dem Anheben der Cloche das Menü zur Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Deutsche Fahnen sind allerdings nicht zu sehen. Ganz nebenbei wird am 20. Juni die Kieler Woche mit einer ruhenden Möwe auf dem Boot eröffnet und Ende Juni mit Windrädern 60 Jahre Atomkraft gedacht.

Der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo gedenkt Julia Jankowsky am 13. Juli zum 60. Todestag bevor die Jesusstatue in Rio mit dem Fuß auf dem Ball die Weltmeisterschaft beendet. Seit 75 Jahren gibt es Fernsehen und die Diplom-Designerin lässt den Löwen im 3-D-Format aus der Glotze springen. Ein Ring im Sand symbolisiert am 29. Juli den 60. Jahrestag für das Buch „Herr der Ringe“ von Tolkien.

Ein Briefumschlag mit Stromanschluss, das ist für Julia Jankowsky am 2. August eine E-Mail, die es bereits seit 30 Jahren in Deutschland gibt. Der Leuchtturm Juelssand an der Unterelbe eröffnet den September. Der Beginn des Münchener Oktoberfestes wird mit Brezeln und Maßbier in einem einem Riesenrad festgehalten.

Während ein kleiner Pfeil am 8. Oktober den Beginn der Frankfurter Buchmesse symbolisiert und der Besucher am 12. Oktober zum Ende die Messe vor lauter Büchern nichts sieht, folgen karge Bäume: „Vor 30 Jahren wurde das Baumsterben thematisiert“, sagt Julia Jankowsky. 40 Jahre schon hält Ikea Deutschland am 17. Oktober die Treue und lässt einen Montagehelfer den letzten Buchstaben in den Himmel hieven.

Allerheiligen fällt auf am 1. November auf einen Sonnabend. Julia Jankowsky lässt eine Dampflok heran brausen – ein Hinweis auf die Öffnung der Grenze 1964 von der DDR nach West-Deutschland nur für Rentner. Der 9. November zeigt zur Öffnung der Grenze vor 25 Jahren das Brandenburger Tor mit einem Grenzpfahl und einem roten Teppich. Und dann beginnt auch schon die Adventszeit, die im neuen Jankowsky-Kalender im Dezember mit Punschbechern symbolisiert wird. Am Ende lassen Weihnachtsmann und Christkind Geschenke Geschenke sein und genehmigen sich erst mal einen zweiten und dritten Glühwein.

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