Sportliches Netzwerk in Malente

Vertragsunterzeichnung: Die beiden Vorsitzenden Michael Koch und Jobst Richter (vorne, von links) mit Vertretern der neun beteiligten Malenter Vereine.
Vertragsunterzeichnung: Die beiden Vorsitzenden Michael Koch und Jobst Richter (vorne, von links) mit Vertretern der neun beteiligten Malenter Vereine.

Neun Vereine haben sich gestern in einem Dachverein zusammengeschlossen. Sie wollen künftig mit einer Stimme sprechen

shz.de von
15. Juni 2018, 16:01 Uhr

Ob es um von Fördermittel geht, die Verteilung von Hallenzeiten oder die Zukunft der Malenter Sportstätten: Neun Malenter Sportvereine haben sich zusammengeschlossen, um künftig mit einer Stimme zu sprechen. Dafür gründeten Vereinsvertreter gestern im Malenter CJD das „Netzwerk Sport Malente“.

„Das ist ein historischer Tag für den Sport in Malente“, sagte Alt-Bürgermeister Michael Koch, der die Stellvertretung des Vorsitzenden Jobst Richter aus Timmdorf übernommen hat. Bürgermeisterin Tanja Rönck zeigte sich ebenfalls euphorisch: „Das ist in der Tat ein historischer Tag“, pflichtete sie Koch bei. Das Netzwerk werde helfen, Interessenlagen zu bündeln, so dass die Gemeinde viel besser mit den Vereinen werde arbeiten können. „Ein Ansprechpartner, das ist die Zukunft“, umriss die Verwaltungschefin die Erwartung, die sie mit dem Vorhaben verknüpft.

Mit der Gründung komme Malente der Idee einer Sportstadt weiter näher, betonte Koch. Die beiden Vorsitzenden wollen jetzt daran arbeiten, weitere Vereine, etwa den Ostholsteinischen Reiterverein Malente-Eutin, ins Boot zu holen. Die mitgliedsstärksten Vereine seien schon dabei, sagte Koch.

Künftig will der neue Verein einen Geschäftsführer einstellen, der die selbstgestellten Aufgaben erledigen soll. „Wir brauchen noch eine Finanzierung, da sind wir auf einem guten Weg“, erklärte Richter. Konkret hoffen die Beteiligten, Fördermittel aus dem laufenden Zukunftsprozess der Gemeinde zu erhalten. Die Einwerbung von Sponsorengeldern soll ebenfalls helfen, die geplante Stelle zu finanzieren. Für eine Anschubfinanzierung ist bereits gesorgt. Dr. Marc Weinstock, der aus Malente stammt und für ein namhaftes Kieler Wohnungsbauunternehmen als Geschäftsführer tätig ist, sagte eine Spende in Höhe von 1000 Euro zu.

Als Vereinszweck nennt die Satzung explizit die Vertretung der Mitgliedsvereine gegenüber Politik, Verwaltung und Sport-Fachverbänden, Fort- und Weiterbildung, Beratung bei Fördermöglichkeiten, Öffentlichkeitsarbeit und die Beteiligung an der Sportstättenentwicklung der Gemeinde. „Wenn wir das wirklich ins Laufen bekommen, könnte das wirklich Vorbildcharakter haben für andere Bereiche des Sports“, sagte Koch.

Entstanden war die Netzwerk-Idee im Zukunftsprozess „Malente 2030“, den Koch seinerzeit angeschoben hatte. Unter Leitung von Jobst Richter und Projektkoordinatorin Birgit Boller von der Gemeinde gründete sich eine Arbeitsgruppe, die das Vorhaben vorantrieb. Eine Auftaktveranstaltung Anfang 2018 fand mit dem Sportpsychologen Prof. Dr. Manfred Wegner hochkarätige Unterstützung. Der ehemalige Malenter ist Direktor des Instituts für Sportwissenschaften der Uni Kiel. Er moderierte die Veranstaltung und will den Prozess weiterhin unterstützen. Dafür will er eine Studentin mit der Aufgabe betrauen, die Entwicklung der Netzwerk-Arbeit mit einer Master-Arbeit zu begleiten: „Ideen sammeln, bündeln und strukturieren“, umriss er den Inhalt. Es gehe darum, den „Geist von Malente“ aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

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