Sportlich in die Zukunft

Die Messe im Sport- und Bildungszentrum eröffneten (von links) Dietmar Rohlf, Faro Sevenheck, Kirsten Bruhn, Gunda Spennemann-Gräbert und Andre Leben gemeinsam.
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Die Messe im Sport- und Bildungszentrum eröffneten (von links) Dietmar Rohlf, Faro Sevenheck, Kirsten Bruhn, Gunda Spennemann-Gräbert und Andre Leben gemeinsam.

140 Teilnehmer beenden ihren Freiwilligen Dienst im Sport / Abschlussmesse ermöglicht Austausch über Jahresprojekte

shz.de von
06. Juni 2018, 16:15 Uhr

Wenn der Schulabschluss näher rückt und der Prüfungsstress abnimmt, fragen sich viele junge Menschen, wie es beruflich weitergehen soll. Die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Ausbildungsberufen und Studienfächern führt bei Schulabgängern nicht selten zu Verwirrung.

Hilfe in dieser Situation bietet die Sportjugend Schleswig-Holstein mit dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Bereich Sport. Bereits seit 2003 können junge Menschen im Alter von 16 bis 22 Jahren sich hierbei nicht nur sportlich, sondern auch sozial engagieren. Sie betreuen zum Beispiel Sportgruppen oder entwickeln Konzepte dazu, wie Inklusion in den Vereinen noch besser funktionieren kann. Gestern stellten sie auf einer Messe im Sport- und Bildungszentrum ihre Jahresprojekte vor und gewährten den Besuchern einen Einblick in ihre Arbeit.

„Angefangen haben wir mit sieben Anmeldungen“, erinnert sich Dietmar Rohlf, stellvertretender Vorsitzender der Sportjugend Schleswig-Holstein. Diese Zahl habe sich inzwischen auf 140 Teilnehmer gesteigert. „In diesem Jahr konnten wir den 1000. Bewerber vermitteln“, sagt er. Bei dem Projekt unter Leitung von Kristina Exner-Carl handle es sich um eine Erfolgsgeschichte, betont Gunda Spennemann-Gräbert, Referatsleiterin im Kieler Innenministerium, das auch für Sport zuständig ist. „Im Land gibt es aktuell 2600 Sportvereine mit rund 800 000Mitgliedern“, fasst sie zusammen. „Diese große Nachfrage wäre ohne ehrenamtliches Engagement, wie diese jungen Menschen es im vergangenen Jahr bewiesen haben, für die Vereine nicht zu bewältigen“, fügt sie hinzu. Sie sichert auch weiterhin die jährliche Unterstützung des Landes mit 34 000 Euro aus Sportfördermitteln zu.

„Sport und Bewegung helfen beim Heranwachsen und der Entwicklung wichtiger Fähigkeiten“ betont die in Eutin geborene Schwimmerin und Paralympics-Siegerin Kirsten Bruhn. Sie ist auch Vorstandsmitglied im Landessportverband, der, so wie auch die Deutsche Sportjugend, ebenfalls am Freiwilligendienst beteiligt ist. „Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen liefern einen unverzichtbaren Beitrag. Außerdem passt das Projekt hervorragend in den Lebenslauf“, ergänzt Kirsten Bruhn.

Malte Koch (19) aus Malente hat seinen BFD bei Eutin 08 verbracht. Als Kind hat er selbst zehn Jahre beim TSV Malente Fußball gespielt. „Ich habe die Jugendmannschaften trainiert und dabei viele Gemeinsamkeiten entdeckt“, berichtet er. Sein Jahresprojekt ist ein Stickeralbum mit allen 300 Spielern von Eutin 08, das voraussichtlich zur nächsten Saison fertig sein wird.

Anneke Müller aus Eutin hat während ihrer Zeit bei
der Handballspielgemeinschaft Holsteinische Schweiz ein Konzept zur Nachwuchsgewinnung entwickelt. „Ich habe den direkten Kontakt zu Schulen und Kindertagesstätten gesucht“, verrät die 20-Jährige. In der Grundschule Sieversdorf gibt es inzwischen eine Arbeitsgemeinschaft, mit der sie jeden Freitag trainiert. „Auch um die Facebook-Seite habe ich mich gekümmert“, sagt Anneke Müller. Das FSJ habe sie in ihrem Wunsch bestärkt, sich weiter mit Öffentlichkeitsarbeit und Betriebswirtschaftslehre zu beschäftigen.

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