Spitzenspiel mit Happy End

Mit dieser spektakulären Flugeinlage trifft Kapitä Martin Fürst (Nummer 22) gegen Läwen-Torwart Nico Todtenhaupt, der dem Ball nur noch machtlos hinterherschauen kann. Fotos: Klipp
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Mit dieser spektakulären Flugeinlage trifft Kapitä Martin Fürst (Nummer 22) gegen Läwen-Torwart Nico Todtenhaupt, der dem Ball nur noch machtlos hinterherschauen kann. Fotos: Klipp

HSG Holsteinische Schweiz gewinnt Gipfeltreffen der Handball-Landesliga in Mölln bei Tills Löwen mit 28:27(14:8) Toren

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16. Dezember 2018, 20:17 Uhr

Der Spitzenreiter war schon fast verzweifelt. Was die Handballer der HSG Tills Löwen im Landesliga-Spitzenspiel auch versuchten, sie bissen sich an der kompakten und entschlossenen Abwehr der HSG Holsteinische Schweiz die Zähne aus. So führten die Gäste zur Pause mit sechs Toren und hielten diesen Vorsprung bis fünf Minuten vor Schluss, doch dann setzten die Löwen aus dem Herzogtum Lauenburg zum furiosen Finale an, holten Tor um Tor auf und hatten Pech, dass ihr letzter Angriff in der letzten Sekunde weder mit einem Treffer, noch mit einem Siebenmeter belohnt wurde. So verließen die Gäste aus Ostholstein als 28:27(14:8)-Sieger die Halle. „Die HSG Holsteinische Schweiz hat heute verdient gewonnen“, erkannte Löwen-Trainer Tobias Schröder den Erfolg der Gäste an. „Wir haben zum Schluss auch Glück gehabt“, räumte Holstein-Coach Stefan Risch ein.

Die Gastgeber aus Mölln, Ratzeburg und Berkenthin waren in der zweiten Minute konsequent und hellwach, als Malte Weidner den ersten Siebenmeter eiskalt zum 1:0 verwandelte – das blieb die einzige Führung der Löwen. Danach wirbelten die Handballer der HSG Holsteinische Schweiz den Gegner durcheinander. Vor allem Falko Degner war kaum zu stoppen, traf nahezu, wie er wollte. Beim Stand von 7:10 nahmen ihn die Gastgeber in Manndeckung, gaben diese taktische Maßnahme aber schon bald wieder auf, weil der Holstein-Express nicht aufzuhalten war. Auch Torwartwechsel brachten den Löwen keinen spürbaren Erfolg. Das Tor zum 14:8 für die Holsteiner durch Jan Kunert drückte die Kraftverhältnisse in der Stadtwerkehalle auch in Zahlen aus. „Unsere Deckung hat in der ersten Halbzeit überragend gestanden. Wir haben gegen den besten Angriff der Liga gespielt und bis zur 16. Minte nur vier Tore kassiert, das war eine hervorragende Leistung“, meinte Stefan Risch, der auch Marek Malzahn lobte, der kaum zu überwinden war.

Auch in der zweiten Halbzeit bestimmte die HSG Holsteinische Schweiz das Geschehen. Die Möllner Zuschauer wurden angesichts der souveränen Vorstellung der Gäste, die den Vorsprung bei sechs bis acht Toren hielten, immer leiser. Spektakulär traf Martin Fürst von Rechtsaußen zum 28:19, als er in den Kreis flog und den Ball als Heber über Löwen-Torwart Nico Todtenhaupt hinweg im langen Eck unterbrachte (54.). „Das war bis dahin unsere beste Saisonleistung. Man hätte zu diesem Zeitpunkt meinen können, dass das Spiel zu unseren Gunsten durch ist, aber Tills Löwen haben sich nicht aufgegeben, haben immer wieder versucht, gegenzuhalten“, zollte Risch dem Gegner ein Lob. Es folgte ein wahrer Handball-Krimi, denn Tills Löwen machten ordentlich Druck, die Gäste wurden in den letzten zehn Minuten nervöser. „In den letzten Minuten begann bei uns das große Flattern“, sagte der Gästetrainer, der mit ansah, wie seine Mannschaft einige klare Chancen ungenutzt ließ und dafür mit schnellen Gegenstößen bestraft wurde.

„Nimmt man die letzten fünf Minuten weg, ist unser Sieg hoch verdient“, meinte Risch, der sich in seinem Urteil mit Löwentrainer Tobias Schröder einig war: „Über einen Großteil der Zeit war die Holsteinische Schweiz besser.“ Er meinte aber auch, sein Team habe in allen Mannschaftsteilen ncht am Limit gespielt. Deswegen gehe der Sieg auch insgesamt in Ordnung: „Wir sind wirklich zu spät wach geworden. Aber ich glaube auch, dass die letzte Situation des Spiels mit einem Siebenmeter für uns entschieden werden muss. Am Ende kann man das Ergebnis aber so vertreten.“

Beide Trainer sagten, dass das Titelrennen der Landesliga noch längst nicht entschieden ist. „Da wird es darauf ankommen, sich möglichst keinen Ausrutscher gegen Mannschaften zu erlauben, die im Titelrennen keine Rolle spielen. Da haben wir schon einmal gepatzt, aber ich bin froh, dass wir es an der Tabellenspitze heute wieder ein wenig enger gemacht haben“, meinte Stefan Risch.

Die HSG Holsteinische Schweiz spielte in Mölln mit den Torhütern Marek Malzahn und Tim Schneider sowie Falko Degner (10), Martin Fürst (6), Leon Risch (4), Fynn Sager, Hannes Grunwald (je 3), Jan Kunert, Simon Grage (je 1), Steffen Engelbrecht, Kevin Kutz, Benjamin Path, Florian Brandt und Fabian Buck.

Ein Video mit den Trainerstimmen gibt es hier:

https://youtu.be/3NRJoHU8-sQ

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