Spielerisches Bewerbungstraining

Welches Gefühl vermittelt mein Körper, ganz unabhängig vom Gesicht? In Masken- und Rollenspielen lernten die Jugendlichen mehr über die Körpersprache und sicheres Auftreten auch in Ausnahmesituationen.
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Welches Gefühl vermittelt mein Körper, ganz unabhängig vom Gesicht? In Masken- und Rollenspielen lernten die Jugendlichen mehr über die Körpersprache und sicheres Auftreten auch in Ausnahmesituationen.

Wilhelm-Wisser-Schule: 30 Neuntklässler lernten von einer Theaterpädagogin mehr über die Körpersprache – und sicheres Auftreten

shz.de von
28. März 2017, 13:01 Uhr

Wie wirke ich in meinem Körper? Wie kann ich mich gut verkaufen? Worauf kommt es beim ersten Eindruck an? Gut 30 Neuntklässler der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule lernten in den vergangenen beiden Tagen mit der Theaterpädagogin Judith Röser beim „Bewerbungstraining mit theaterpädagogischen Methoden“ Antworten auf diese Fragen zu finden.

Die Idee zu dem etwas anderen Bewerbungstraining hatte Schulsozialarbeiterin Heike Junge. Sie lud die Theaterpädagogin und Schauspielerin an ihre Schule, denn Röser ist bundesweit über den CJD mit ihrem Programm unterwegs. „Es geht darum, das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen der Schüler zu stärken. Sie für ihre Körperhaltungen zu sensibilisieren“, machte Junge deutlich. Noten seien nicht alles, auf den Menschen, der sich gut verkaufen müsse, komme es mindestens genauso an. Denn in den Bereichen, für die sich die Schüler interessieren, seien die meisten auch wirklich fit, weiß Junge. „Sie müssen nur die Möglichkeit bekommen, diese Stärken auch zu zeigen.“

Genau das ist der Ansatz von Röser: „Das wichtige ist, alles auch einmal selbst probiert und erlebt zu haben. Wir vermitteln hier Wissen, das in praktischen Übungen auch immer gleich angewendet wird.“ Viele seien am Anfang klassischerweise mit hängenden Schultern in den Raum gekommen. „Aber am Ende des Tages gehen sie durch die Jubelgasse, die wir alle bilden mit einer ganz anderen Haltung. Das ist wirklich beeindruckend“, sagte Junge. Damit auch andere Schulen etwas das Wissen in ihren Unterricht einbinden können, lud Heike Junge zwei Schulsozialarbeiter der Kreisberufsschule ein. Und was nehmen die 14- bis 17-Jährigen mit? „Ich fand die Wirkung mit den Schultern spannend“, sagte Johanna (15). Niklas und Miliam waren begeistert. „Das bringt uns viel. Und das wir das gleich ausprobieren, ist echt gut“, sagte Niklas, der mal Maler werden möchte.

Viele der Schüler machen in diesem Jahr ihren ersten Schulabschluss, bei einigen stehen dann auch schon Bewerbungsgespräche an, so Junge, andere besuchen weiter die Schule. „Die Schwierigkeit ist, das gewonnene Selbstbewusstsein bis zur Bewerbungssituation zu retten. Aber auch in Referaten oder anderen Präsentationen vor Menschen, hilft es, zu wissen, wie was wirkt.“

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