Spieglein, Spieglein an der Wand…

Sechs neue Straßenspiegel stehen in Lütjenburg, aber nicht überall sind sie willkommen.
Sechs neue Straßenspiegel stehen in Lütjenburg, aber nicht überall sind sie willkommen.

Sechs Straßenspiegel hat die Stadt Lütjenburg aufgestellt. Der Wunsch eines Anliegers nach einem weiteren sorgt aber für Unmut

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29. Juli 2014, 17:00 Uhr

Spiegel sorgen manchmal nicht nur in Märchen für Frust und Streit. Derzeit sorgt ein (geplanter) Straßenspiegel für jede Menge Zoff in einer ruhigen Lütjenburger Straße. Sechs dieser Straßenspiegel hat die Stadt mittlerweile aufgestellt, die meisten an schlecht einsehbaren Kreuzungen. Soweit, so gut.

Zwei dieser Spiegel stehen in der Straße „Im Lerchenfeld“, an Kurven am Anfang und Ende der beruhigten Anwohnerstraße. Ob diese etwas nützen, ist eine andere Frage. Nun aber soll ein dritter Spiegel hinzu kommen, praktisch in einer Kurve in der Mitte des Straßenabschnittes. Beantragt hat ihn ein Anwohner, der etwas abseits der Kurve wohnt.

Seine Begründung: Die Granitsteine am Straßenrand seien zu scharf, da könne man sich die Reifen kaputt fahren. Deshalb müsse man praktisch in der Straßenmitte fahren und um die Kurve sehen könne man nicht. Deshalb der Spiegel.

Ein entsprechender Antrag liegt Bürgermeister Dirk Sohn vor. Und damit beginnt sein Problem. Er könnte den Antrag genehmigen – wäre da nicht das Ordnungsamt, das diesen Spiegel für ziemlich sinnlos hält. Die Frage ist auch, wo sollte man ihn aufstellen?

Möglich wäre dies auf einer privaten Grundstücksecke – doch der Eigentümer sagt schlicht „Nein“. Der Nachbar winkt ebenfalls ab. Damit bliebe noch der Bürgersteig, doch der wäre dann für Kinderwagen nicht mehr passierbar.

Und nachdem sich die Planung samt Ortstermin nun herumgesprochen hat, gehen die restlichen Anwohner auf die Barrikaden. Den zusätzlichen Spiegel brauchen wir nicht, sagen sie und drohen mit der Bildung eines Bürgerprotestes, sollte der Bürgermeister dennoch die Genehmigung erteilen.

Der hat die Angelegenheit „Spiegel“ erst einmal in die unterste Schreibtischschublade verbannt. Um den offenen Zwist unter Nachbarn zu vermeiden, will er zwei Wege gehen. Auf der einen Seite sollen die Bürger der Straße angeschrieben werden mit der Frage, ob sie den Spiegel wollen. Oder die Anwohner, sagt er, setzten einfach selbst ein solches Schreiben auf und unterzeichnen es.

„Wenn die Mehrheit eben keinen Spiegel will, dann ist das gut und dann kommt auf die Sache der Deckel drauf“, bekräftigt der Bürgermeister.

Ruhe ist in der beruhigten Straße damit aber noch nicht eingekehrt.

Mittlerweile hat sich aber eine weitere Kreuzung gefunden, wo Lütjenburg einen seiner Spiegel aufstellen konnte. An der Kreuzung „Neverstorfer Straße“ Ecke „Auf dem Hasenkrug“ ist der Verkehr wenigstens nicht verkehrsberuhigt.

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