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Eutin : Spende für Frauennotruf – Nachfrage steigt

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Immer mehr Frauen und junge Mädchen suchten 2014 Hilfe in den beiden Beratungsstellen des Frauennotrufs Ostholstein

Sie wurden im Krieg missbraucht, erleben häusliche Gewalt oder werden psychisch unter Druck gesetzt – die Arten von Gewalt gegen Frauen können verschiedenste Ausmaße annehmen. Immer mehr Frauen und junge Mädchen suchten 2014 Hilfe in den beiden Beratungsstellen des Frauennotrufs Ostholstein (Eutin und Neustadt): „Mehr als 1000 Beratungen hatten wir allein im letzten Jahr, rund 600 davon in Eutin. Und die Zahlen steigen kontinuierlich“, sagt Claudia Wolf, Diplom-Sozialpädagogin vom Frauennotruf. Das einzige, das nicht steige, seien die Zuwendungen, von denen die Beratungen, Veranstaltungen und Präventionskurse bezahlt werden müssten. Erst im vergangenen Jahr erlebte der Frauennotruf einen Schock, als die Stadt Neustadt ihre Zuschüsse von sonst etwas mehr als 14  000 Euro halbierte. Um die Differenz zu bestreiten, kontaktierte Gabriele Pfingsten, Vorstand des Frauennotrufs OH, 29 Nordgemeinden und bat um finanzielle Unterstützung. Pfingsten: „Wir konnten mit vielen Mühen die Arbeit in Neustadt sichern – auch für dieses Jahr. Denn erstmals gibt der Kreis hierfür 3600 Euro.“

Gerade weil die Kassen der Beratungsstellen so knapp gefüllt sind, freuen sich die Verantwortlichen über die 2000 Euro, die die Bürgerstiftung Ostholstein spendet.

Jens Teichert, Vorstand der Bürgerstiftung, betonte: „Sie leisten eine unverzichtbare Arbeit. Deshalb unterstützen wir Sie seit zwei Jahren und werden das auch weiter tun.“ Teichert hoffe, dass auch andere Spender folgen und mahnte: „Es kann nicht sein, dass sich die öffentliche Hand aus dieser Aufgabe so zurückzieht.“ Es könne schließlich kein Dauerzustand sein, dass die Mitarbeiter seit 2009 aus Geldmangel auf eine tarifliche Erhöhung verzichten, um die Beratungsstellen zu sichern.

Pfingsten dankte: „Es ist Geld, das wir für unsere Veranstaltungen gut gebrauchen können und auf das wir auch dringend angewiesen sind.“ Denn neben den Beratungen leisten die Mitarbeiterinnen auch Präventionsarbeit an den örtlichen Schulen. Wolf: „Es ist wichtig zu sensibilisieren. Viele kennen den Unterschied zwischen Streit und Gewalt nicht , wissen nicht, wo sie Hilfe bekommen.“ Oft kommen direkt nach den VEranstaltungen in Schulen mehrere direkt zur Beratung. Wolf: „Sie glauben gar nicht, wie viele Kinder auch heute noch mit Gewalt aufwachsen.“

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erstellt am 05.Mär.2015 | 05:00 Uhr

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