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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 00:29 Uhr

SPD will Hebammen fest anstellen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Kommunalpolitik ist besorgt über die Diskussionen um die Geburtsstationen in Ostholstein und fordert neue Strategien

Die Diskussion um die Geburtsstatitionen der Sana-Klinik in Eutin und Oldenburg nimmt langsam Fahrt auf. Nachdem in unserer Zeitung berichtet wurde, dass sich der Verband der Ersatzkassen für eine Schließung kleinerer Standorte – also auch die Geburtsklinik Oldenburg mit 150 Geburten im Jahr – einsetzt, schlägt jetzt die Kommunalpolitik Alarm. So kommt verschärfend hinzu, dass auch der Station in Eutin Ungemach droht.

Ihre 14 Beleghebammen, die allesamt freiberuflich arbeiten, stehen ab Mitte Juli ohne Haftverpflichtversicherung da. Grund hierfür ist der Rückzug der Nürnberger Versicherung. Da Geburtshilfe als Risikogeschäft gilt, wollen ihre zwei Mitbewerber die Hebammen nach dem heutigen Stand nicht übernehmen.

Die SPD Ostholstein hat aus diesem Grund gemeinsam mit ihrer Kreistagsfraktion ein Strategiepapier entwickelt, in dem sie die Schaffung neuer Planstellen für die Standorte Eutin und Oldenburg fordert. „Durch eine Besetzung in Teilzeit können zwischen 15 bis 18 Hebammen angestellt werden. Die Versorgungssicherheit in den Kreißsälen in Eutin und Oldenburg ist damit gegeben“, heißt es in dem Papier. Die einzustellenden Hebammen sollten zudem eine Nebenberufserlaubnis erhalten.

Hierdurch werde gewährleistet, dass sie die Vor- und Nachsorge der Mütter und der Neugeboren in einer Art Selbstständigkeit wie bisher durchführen könnten. „Somit können die Hebammen ihren bisherigen Tätigkeiten weiter nachkommen und die exorbitanten Kosten für eine Haftpflichtversicherung fallen ihnen nicht mehr zu.“ Die Sozialdemokraten fordern zudem, die Notfallversorgung kontinuierlich ausbauen und einen Leitfaden für Schwangere in Ostholstein zu entwickeln.

„Mit diesem Konzept tragen wir erheblich dazu bei, dass der ländliche Raum gestärkt wird und weiter interessant für weiteren Zuzug bleibt“, so der SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Lars Winter. Die Geburtsstation in Oldenburg aufgrund der sinkenden Geburtenzahlen in Frage zu stellen sei insofern unlauter, weil die Geburtenzahlen in Eutin ebenfalls rückläufig sind. „Das sind die Auswirkungen des demografischen Wandels.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Timo Gaarz sieht in den sinkenden Geburtenzahlen eine „alarmierende Entwicklung“. Dies sei auch ein Grund gewesen, warum seine Fraktion bereits im vergangenen Jahr einen Befassungsantrag im Gleichstellungsbeirat zu diesem Thema eingebracht habe. „Für uns besitzt die Sicherheit für Mutter und Kind oberste Priorität bei der gegenwärtigen Diskussion um den Erhalt der Geburtshilfe-Station in Oldenburg. Die Angst vor Komplikationen und das gestiegene Sicherheitsbedürfnis junger Frauen, welches wir sehr ernst nehmen und nachvollziehen können, muss bei der Erörterung um den Erhalt der Geburtshilfestation in Oldenburg in den Mittelpunkt gerückt werden“, so Gaarz. Und die Sana-Klinik selbst? Sie wollte auf Anfrage keine Stellungnahme zu den Ideen abgeben und erst die Gespräche mit dem Ministerium und den Krankenkassen abwarten.





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erstellt am 09.Feb.2014 | 11:38 Uhr

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