Ostholstein : SPD sucht erfolglos Landrats-Kandidatin

SPD-Chef Lars Winter schließt Wahl von Landrat Sager nicht aus.

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05. Januar 2015, 15:00 Uhr

Die ersehnte Weihnachtsbescherung ist für die SPD in Ostholstein ausgeblieben: Eine 50-jährige Unternehmensberaterin, die im Norden bereits für die SPD kommunalpolitisch aktiv ist, hat eine Kandidatur bei der Landratswahl Ende März in Eutin abgelehnt. Das bestätigte Parteichef Lars Winter gestern dem OHA.

Mit dieser Absage wird es mit den erklärten Ambitionen der SPD-Fraktion (18 Sitze) vermutlich nichts, im 59 Abgeordnete zählenden Kreistag gegen Amtsinhaber Reinhard Sager (CDU) eine Frau ins Rennen zu schicken, die auch bei den Grünen (7 Sitze), der FWG (6) und der Linken (1 Sitz) punktet. Die Fraktionen von CDU (24) und FDP (3) haben bereits Sager ihre Unterstützung zugesagt; die Grünen als Zünglein an der Waage geben sich noch offen für alle Seiten.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte Winter kurz vor Weihnachten persönlich mit der ihm aus der Landes-SPD empfohlenen Finanzexpertin Kontakt aufgenommen. Bis dahin waren alle von seinem Stellvertreter Burkhard Klinke, zugleich Chef der SPD-Kreistagsfraktion, monatelang geführten Gespräche mit möglichen Bewerberinnen erfolglos geblieben. Von der Idee, ums Landratsamt in Ostholstein zu kämpfen, habe seine „Wunschkandidatin“ aber nach einer Bedenkzeit „aufgrund der politischen Verhältnisse im Kreistag“ Abstand genommen, so Winter.

Eine letzte Option für eine eigene SPD-Kandidatin sieht er bis zur Fraktionssitzung Anfang nächster Woche in der noch laufenden Anfrage bei der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik auf Bundesebene. „Wenn wir aber bis kommenden Montag niemand haben, dann gilt für mich, dass wir uns die beim Kreis schon vorliegenden fünf Kandidaturen ansehen und unter ihnen Reinhard Sager für die SPD nicht unwählbar ist“, sagte Winter. Bei der Landratswahl werde es keinen Fraktionszwang geben.

Neben Landrat Sager zählt für die Wahl am 24. März auch der Kreistagsabgeordnete Martin Kienitz (FWG) zu den fünf Bewerbern, die sich auf die offizielle Stellenausschreibung des Kreises gemeldet haben. Alle sollen am 17. Februar Gelegenheit erhalten, sich im dann nichtöffentlich tagenden Hauptausschuss vorzustellen.

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