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Ostholsteiner Anzeiger

20. August 2017 | 13:36 Uhr

Plön : SPD schickt Lars Winter ins Rennen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

SPD-Landtagsabgeordneter und SPD-Kreisvorsitzender aus Ostholstein soll Nachfolger von Bürgermeister Jens Paustian werden.

Plön | Gestern Abend wurde es denn offiziell: Der 52-jährige Lars Winter aus Beschendorf will neuer Plöner Bürgermeister werden. Wie der OHA bereits gestern berichtete, will Lars Winter seinen einstigen Verwaltungsmitschüler und den heutigen Bürgermeister Jens Paustian bei der Bürgermeisterwahl am 3. Juli 2016 ablösen.

„Es ist für mich etwas Besonderes, Bürgermeister seiner Heimatstadt zu werden“, sagte Winter gestern Abend vor Journalisten. Er sei mit der Entscheidung seinem Herzen gefolgt und nicht dem Portemonnaie, weil er derzeit als SPD-Landtagsabgeordneter monatlich mehr Geld bekomme, als ein Bürgermeister in Plön.

„Lars Winter ist mit den Plöner Verhältnissen wohl vertraut“, sagte der SPD-Ortsvereinschef für Plön und Bösdorf, Dr. Henning Höppner. Winter sei in Plön aufgewachsen, habe hier die Schule und seine Ausbildung absolviert. Plön sei die Stadt seines Elternhauses, sein Vater, der ehemalige Tanzlehrer Karl Winter (CDU), habe sich auch viele Jahre politisch für Plön in verantwortlichen Positionen eingesetzt.

„Wir schätzen uns ausgesprochen glücklich, dass sich Lars Winter für das Amt des Bürgermeisters in seiner alten Heimatstadt bewirbt,“ so Höppner und SPD-Fraktionschef Thorsten Pfau. Plön solle im Falle der Wahl von Lars Winter auch wieder seine Heimatstadt werden. Zur Erinnerung: Plöns Bürgermeister Jens Paustian lebt mit seiner Familie im entfernten Dannau.

Höppner und Pfau unisono weiter: „Lars Winter erfüllt alle Kriterien, die wir gemeinsam mit den anderen Parteien und Fraktionen für einen möglichen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt haben: umfassende Kenntnisse der Situation und der Rahmenbedingungen in der Stadt Plön, Verwaltungserfahrung in leitender Position, der Zusammenarbeit eines Zentralortes mit ländlichen Gemeinden sowie Kompetenz in
der Finanzwirtschaft.“ Und letztlich verfüge er aufgrund seiner Funktionen im Landtag über die notwendige Vernetzung auf Landesebene, die die Stadt Plön für ihre Zukunftsentwicklung so dringend brauche.

Die Plöner Parteien und die Wählergemeinschaft hatten sich eigentlich aufgemacht, einen gemeinsamen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl 2016 aufzustellen. „Wir sind uns sicher“, so Höppner und Pfau, „dass die Bewerbung von Lars Winter ein hervorragendes Angebot für alle Parteien und die Wählergemeinschaft in Plön ist, ihn als gemeinsamen Kandidaten aufzustellen.“

SPD-Fraktionschef Thorsten Pfau hatte die überraschten Fraktionsvorsitzenden der in der Ratsversammlung vertretenen Parteien am Donnerstagabend über die Kandidatur Winters informiert. „Es wurde für mich dabei deutlich, dass wir weiterhin einen gemeinsamen Kandidaten suchen“, sagte Gerd Weber (Grüne). Doch habe ihn die Nachricht am Ende auch stark verunsichert: „Ich hoffe, dass die Zielstrebigkeit auf der Suche nach einem gemeinsamen Kandidaten erhalten bleibt.“ Die Grünen seien offen für eine weitere Zusammenarbeit.

Der CDU-Ortsvorsitzende André Jagusch war über den jetzt von der SPD ins Rennen geschickten Kandidaten überrascht und zugleich verärgert: „Das war ein nicht abgestimmter Vorstoß der SPD“, kritisierte er das Vorgehen, das viele Fragen aufwerfe – zum Beispiel: warum noch am Mittwoch mit den anderen Parteien eine gemeinsame Kandidatensuche begonnen wurde, wenn die eigene Entscheidung doch offensichtlich schon fest stand. Jagusch: „Das Mindeste wäre doch gewesen, vor einer Festlegung die Ergebnisse abzuwarten und alle Bewerber anzuhören.“

„Den Kandidaten Lars Winter werden wir uns ansehen und seine Eignung prüfen“, sagten Frank Evers und Rainer Dräger gestern von der FWG-Plön auf OHA-Anfrage. Allerdings habe sie das Verhalten des SPD-Vorstandes Plön-Bösdorf und der SPD-Ratsfraktion sehr überrascht. „Wir haben einvernehmlich vereinbart, dass alle in der Ratsversammlung vertretenen Parteien solange keine Kandidaten unterstützen, bis alle Kandidaten sich gemeldet haben und sich den Parteien vorgestellt haben.“ Dieses jetzt veröffentlichte Votum habe die FWG-Plön nicht nur vom Zeitpunkt überrascht, sondern auch inhaltlich. „Wir empfinden dieses Verhalten als Bruch der Vereinbarung und sind enttäuscht“, sagten Evers und Dräger. Ein gemeinsamer Kandidat aller Parteien habe eine realistische Chance bei der Bürgermeisterwahl. Dräger und Evers fürchten, dass durch das Vorgehen der SPD das gemeinsame Band getrennt wurde.

Überrascht und zugleich enttäuscht zeigte sich der Plöner FDP-Ortsverbandsvorsitzender Dirk Meußer: „Das war so nicht abgesprochen und entgegen unserer gemeinsamen Vereinbarung“. Er habe über die Kandidatur Lars Winters gestern aus dem OHA erfahren. Meußer kündigte zunächst Gespräche innerhalb der FDP und anderen Parteien an, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

„Wir hatten den Eindruck, die CDU führt ihren Kandidaten Stefan Meyer langsam ein“, sagte Dr. Henning Höppner. Und Lars Winter fügte hinzu: „Ich biete mich allen Parteien in der Ratsversammlung an.“ Er verstehe etwas von seinem Fach und wolle mit neuen Initiativen neuen Schwung nach Plön bringen. Er könne mit den Plöner Haushaltsproblemen umgehen und verfüge über eine gute Menschenführung. Jetzt wolle Winter Gespräche mit den anderen Parteien führen. Dabei werde er sich aber auch nicht verbiegen, aber die „Kleiderordnung“ einhalten. Deshalb habe er das erste Gespräch mit der SPD geführt. „Und den Wettbewerb mit Stefan Meyer scheue ich nicht“, zeigte sich Lars Winter kämpferisch.

 

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erstellt am 21.Nov.2015 | 00:32 Uhr

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