SPD ringt um Nein zur Belt-Querung

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12. März 2011, 08:32 Uhr

eutin | Das laute Nein, das die SPD in Ostholstein seit 2008 dem Projekt einer festen Fehmarnbelt-Querung entgegenschleudert, findet bisher nur wenig Anklang in Kiel. Das soll sich beim Parteitag im April in Husum ändern: Dort will der Kreisverband seinen Antrag, die Belt-Querung grundsätzlich abzulehnen, zur Mehrheitsmeinung in der Landes-SPD machen.

Mit diesem Auftrag jedenfalls reisen die Delegierten aus Ostholstein zum Landesparteitag. Der Kreisvorsitzende Lars Winter verhehlte aber nicht, dass die Sache nicht so einfach werde. Trotz intensiver Bemühungen sei es über Jahre bisher nicht gelungen, für die SPD eine Kompromisslinie in Sachen Fehmarnbelt-Querung zu finden. Winter verglich die innerparteiliche Kontroverse zwischen der Landtagsfraktion und der Position des Kreisverbandes als das "Aufeinanderzufahren zweier Züge".

Einen Vorgeschmack auf die Debatte mit Befürwortern der Belt-Querung bot das Grußwort von Andreas Leicht, mit dem erstmals ein Präses der IHK zu Lübeck bei einem SPD-Kreisparteitag zu Gast war. Wie zuvor schon beim Kreisparteitag der CDU machte Leicht kein Hehl aus seiner Überzeugung, dass das internationale Verkehrsprojekt der wirtschaftlichen Entwicklung im Norden enorm zugute kommen werde. Er sehe auch gute Chancen, regionale Interessen in Bezug auf Lärmschutz und Tourismus zu wahren.

Dem Optimismus des IHK-Präses hielt Winter unverblümt entgegen: "Ich höre die Worte, aber mir fehlt der Glaube." Immerhin habe sich die Wirtschaft aus der Finanzierung des Belt-Projektes herausgehalten, weil ihr der Einsatz zu riskant erscheine.

Mit einer klaren Positionserklärung zur Fehmarnbelt-Querung hielt sich in Lensahn der designierte SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig zurück. "Es gibt sinnvollere Infrastruktur-Maßnahmen in Schleswig-Holstein", sagte er. Und verwies auf andere Verkehrsprojekte, die aus Sicht der Wirtschaft ebenfalls wichtig seien, für die der Bund aber kein Geld mehr haben werde.

Klare Verhältnisse schufen die Delegierten bei der Wahl des SPD-Kreisvorstandes. Neben dem Vorsitzenden Lars Winter und seinen Stellvertretern Burkhard Klinke, Henrik Petersen und Regina Voß wurden gewählt: Schatzmeister Andreas Hillesheim (Malente), Schriftführerin Beate Müller-Behrens (Bosau) sowie als Beisitzer Swantje Meininghaus (Süsel), Lennart Maaß (Oldenburg), Gabriele Appel und Uwe Tewes (beide Eutin), Marcus Landsetzer (Bosau), Hannes Märtens (Stockelsdorf), Hans-Peter Thomsen (Fehmarn), Inke-Marie Jaschinski und Hansjörg Thelen (beide Bad Schwartau), Robert Karsten (Heiligenhafen) und Hermann Greve (Neustadt).

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