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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 10:50 Uhr

SPD-Kommission gerät unter Druck

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mitgliederversammlung fordert einstimmig, Regina Poersch zu berücksichtigen

Die Eutiner SPD ist in Aufruhr – und zugleich in einer Zwickmühle, die Sonnabend bei der Mitgliederversammlung im Riemannhaus in Bewegung gesetzt wurde (siehe auch Seite 1). Mehrfach wurde betont, dass zur Bestimmung eines Kandidaten für die im Mai 2016 bevorstehende Bürgermeisterwahl ein Verfahren beschlossen worden sei, das nun offenbar geändert werden solle.

„Ich fühle mich unwohl, dass wir ständig Beschlüsse kippen. Wofür fällen wir dann überhaupt noch welche?“, bekundete die Stadtvertreterin Gabriele Appel ihren Unmut.

Im Gegenzug dazu kritisierten Mitglieder, dass die Findungskommission für einen Bürgermeisterkandidaten offenbar nicht die Eutiner Landtagsabgeordnete Regina Poersch empfehlen wolle, sondern – wie es schon als Gerücht durch den ganzen Kreis gehe – einen aus Neumünster stammenden Kandidaten. Trotz der kontroversen Diskussion stimmten alle 35 Anwesende – immerhin etwa ein Drittel aller Mitglieder des Ortsvereines – einem Antrag zu: Die Findungskommission solle die von vielen Mitgliedern des Ortsvereines unterstützte Bereitschaft der Landtagsabgeordneten Regina Poersch zur Kandidatur zur Kenntnis nehmen und daraus Konsequenzen ziehen.

Die Kommission bilden Uwe Tewes (Vorsitzender Ortsverein), Hans-Georg Westphal (Vorsitzender Fraktion) sowie Ute Blanck und Hans-Joachim Detlefs. Sie steckten in der Bredouille, weil sie außer auf Fragen zum Verfahren keine weiteren Angaben machen wollten – nicht zuletzt wegen des Schutzes von Persönlichkeitsrechten.

Hans-Georg Westphal berichtete, dass mit einer Reihe von Kandidaten gesprochen worden sei. Die Kommission habe sich auf einen Kandidaten festgelegt, der nach den Osterferien Anfang April in einer Mitgliederversammlung präsentiert und zur Wahl gestellt werden solle. Damit folge man einem beschlossenen und demokratisch legitimierten Verfahren.

Auf den Hinweis aus der Versammlung, dass der Name dieses Kandidaten bereits hinter vorgehaltener Hand gehandelt werde, betonte Westphal, dass sich die Kommissionsmitglieder an die Verschwiegenheitspflicht gehalten hätten. Darauf kam aus der Versammlung der Zwischenruf: „Das haben wir noch nie erlebt, dass eine SPD-Kommission dicht hält.“

Neben der „Geheimniskrämerei“ um die Kandidatenfindung kritisierte Alfred Welack als Wortführer der Unzufriedenen („Ich bin 57 Jahre in der SPD, so einen Kappes habe ich noch nicht erlebt“) generell die Informationspolitik zwischen Fraktion und Partei und auch innerhalb der Fraktion. Er wisse um die zeitliche Belastung von Stadtvertretern, pflichtete Hans Rech bei, aber ihm fehle auch eine regelmäßige Information aus der Fraktion.

Wegen der ungeplanten Diskussion über die Bürgermeisterwahl entschieden die Mitglieder, nicht die ganze Tagesordnung zu absolvieren. Weitere Regularien, darunter Vorstandswahlen, sollen später erfolgen.

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erstellt am 15.Mär.2015 | 13:54 Uhr

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